Death Comedy: „eher so natürlicher Tod“

Letzte Woche war der Tod bei uns zum Mittagessen…

Es gab Kürbissuppe mit Birnenmus und Zimtsahne, ein Rezept aus dem schönen Suppenkochbuch von Sonia Rieker: „Suppenglück„. Ich muss sagen, das war überraschend und interessant, das Essen … und der Tod auch. Der will nämlich nicht mehr furchterregend sein, angsteinflößend und unheimlich, sondern vielmehr unterhaltsam, lustig, „eher so natürlicher Tod“.

Death Comedy

Radieschen von unten…

Es soll Schluss sein mit dem negativen Ruf, der dem Tod voraus eilt. Damit wir alle von unseren veralteten Todesvorstellungen weg kommen, ist er seit ein paar Monaten mit seiner Imagetour auf den Kabarett- und Kleinkunstbühnen im Land unterwegs: Death Comedy. Am 20. Januar hat er im Bonner Pantheon vor ausverkauftem Haus gespielt, und wir haben ihn gleich zu uns eingeladen. Die Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen, einmal den Tod vors Mikro zu bekommen, auch wenn seine Stimme gewöhnungsbedürftig ist:

„Der Volksmund sagt: die Besten sterben immer zu früh. – Fühlt man sich da nicht gekränkt, wenn man noch am Leben ist?“, fragt er seine Zuschauer und zeigt ihnen die Radieschen von unten. Harmlos, oder?

Als er am nächsten Tag bei uns auf dem Sofa sitzt, erzählt er uns von seinem Buch, das im April erscheinen wird: ‚Mein Leben als Tod‘ und darüber, warum die Menschen bei der Beisetzung von Nelson Mandela gelacht und gefeiert haben – weil sie das Leben, das vollendete Leben des Menschen feiern und nicht seinen Tod, weil sie tatsächlich beim Verstorbenen sind und ihn feiern, anstatt bei sich zu bleiben und den eigenen Verlust zu zelebrieren. Er erzählte vom Fest des Todes in Mexiko und von seiner adoleszenten Ausbruchphase, als er in Berlin in einer WG lebte, um ein ganz normales Leben zu führen. Bis er schließlich einsah, dass er eben der Tod ist, ein netter Tod allerdings, ein Tod, der feiern möchte, gemeinsam mit den vielen Fans und Leuten, die seine Shows besuchen.

Und wir können nur sagen, eine solche Nahtoderfahrung lohnt sich wirklich. Und dass wir den Tod insgeheim gar nicht so schrecklich ernst nehmen, zeigen die vielen Fotos, die der Tod gesammelt hat von Schilderkombinationen, einbahnstraße die so skurril lustig sind … dass der Friedhof am Ende einer Sackgasse liegt, oder der Hinweis darauf direkt unter dem Mülldeponie-Schild angebracht wurde, ist da nur ein kleiner Vorgeschmack.

Service wird auf jeden Fall beim Tod inzwischen groß geschrieben, weshalb hier alle kommenden Gelegenheiten aufgelistet sind, ihm einmal – nur probeweise – die Hand zu schütteln…

geschrieben von: sascha

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