Fußball-Brause und Herrenbrezel …

… zurück aus dem Urlaub, zurück im rosa-hellblauen Alltag:

In der Post waren wieder Briefe für Herrn Almut Schnerring, der wohnt hier aber gar nicht. Hmm… Vor allem wenn Werbung drin ist, fühl ich mich herzlich wenig angesprochen. Bei Rechungen erst recht.

Fußballbrause

Auf der Geburtstagseinladung eines Freundes, die mein Sohn am ersten Schultag in die Hand gedrückt bekam, klebt „Fußball-Brause“. Ein Blick ins Internet bestätigt: natürlich gibt es auch Prinzessinnen-Brause zu kaufen. Und wer von Geschlechterklischees nicht genug hat, nimmt einen Schluck „Hexen-Brause“.  Ohne Worte.

Dann war die Oma gestern mit den Kindern in der Bäckerei und was gab’s im Angebot: Sogenannte „Herrenbrezel“. Die kannte ich bisher nur als knotige Tanz-Figur aus dem DiscoFox, aber hier ist was brezelförmiges mit Mandel gemeint. Muss ich nicht probiert Herrenbrezelhaben, finde ich. Und wie’s zu dem Namen kam? Schräg so oder so.

 

Einen Blogpost, der die Geschlechterverhältnisse im deutschen Alltag als ganz schön bescheiden beschreibt, möchte ich empfehlen. Den Link und Hinweis darauf habe ich bei susanna14 gefunden. Eine Gastprofessorin aus den USA ist froh, dass ihr Jahr in Deutschland vorüber ist, sie staunt über das Verhalten der Männer in ihrem beruflichen Alltag. Leider keine motivierende Lektüre für den Wiedereinstieg in die Arbeit nach dem Urlaub. Nur in einem Punkt kann ich der Schreiberin überhaupt nicht folgen: „While boys and girls appear to be treated and raised similarly and you cannot tell the difference between the boys’ and the girls’ section in stores„. Mein erster Gedanke: Hat sie keine Kinder? Muss sie keine Geburtstagsgeschenke kaufen, Kinderkleider, Schulranzen? Oder hat sie Kinder und schafft es, mit Hilfe eines optimistischen Blickwinkels ganze Regalmeter und die alltägliche Rosa-Hellblau-Falle auszublenden? Rätselhaft.

Umso mehr freuen wir uns nach diesen ersten Erlebnissen über Einladungen:

Nach Düsseldorf für einen Vortrag über die Rosa-Hellblaufalle im Bürgerhaus Bilk, Mittwoch, 17. September, 19:00 Uhr.

Nach Dresden: Am 20. September gibt es im Kleinen Haus Mitte des Staatsschauspiels das Theaterstück Träume werden Wirklichkeit! Ein Disneydrama von Christian Lollike zu sehen. Und im Anschluss folgt ein Podiumsgespräch ‚Pinkifizierung‘. Da werden wir mit in der Runde sitzen, gemeinsam mit Christian Lollike (Dramatiker) und Malte C. Lachmann (Regisseur „Disneydrama“) und Nils Pickert („Pinkstinks“).

Und nach Stuttgart: Am 3. Dezember zu einem Vortrag über die Rosa-Hellblau-Falle im Rahmen der Stuttgarter Kinderfilmtage.

In der Zwischenzeit kümmern wir uns um unsere nächste Radioproduktion: ‚Die Rosa-Hellblau-Falle – eine Lange Nacht der Geschlechterrollen‘, eine dreistündige Sendung. Sie wird am 6. Dezember 2014 im Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur laufen, mit vielen neuen Interviews, Gedanken und Geschichten zum Beispiel von Michael Cremers, Nils Pickert, Stevie Schmiedel, Malte Welding, Jochen König … Und jetzt verschwinde ich wieder unter dem Kopfhörer, um das Interview mit Helga Hansen (<3 Danke dafür!) abzuhören und zu verschriftlichen.

hoerer

 

Slide-Foto ‚orange Brauseblasen‘: kriechstrom via photopin, cc by NC-SA 2.0.

 

 

 

 

 

 

 

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