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Ein Junge, der mit Puppen spielt, wird er später einmal…?

… ein toller, fürsorgender Vater?

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie einen kleinen Jungen sehen, der innig vertieft eine Puppe in seinen Armen wiegt? … Fragen Sie sich, ob er wohl gemobbt wird und ausgegrenzt von anderen Kindern? Oder doch eher, ob mit dem Jungen alles in Ordnung ist?

Chris Hallbeck, maximumble.com

Chris Hallbeck, maximumble.com

In der Erwachsenenwelt werden teure Kampagnen und Projekte gestartet, auf dass sich mehr Männer in der Kinderbetreuung und frühkindlichen pädagogischen Arbeit engagieren, ob als Väter, als Erzieher oder Grundschullehrer. Es scheint also ein gesellschaftliches Ziel zu sein, am heutigen Status Quo etwas zu verändern. Immerhin hat sich in Großbritannien eine Politikerin über den Zusammenhang zwischen kindlichen Spielwelten und dem Gender Care Gap geäußert. (Zur Erinnerung: 80% der Fürsorgearbeiten rund um Kinder, Kranke, Alte, Familie werden von Frauen geleistet). Und trotzdem wird kleinen Jungen das Leben sehr schwer gemacht, wenn sie sich diesen Bereichen spielerisch annähern möchten. Das geht nicht ohne Kommentare ab, manchmal von anderen Kindern, aber mehr noch von Erwachsenen. Und natürlich spüren Kinder eine solche Ablehung:

„Ich habe ja noch ein total schönes Puppenhaus von früher, aber was soll ich damit, ich habe ja zwei Jungs!“ (Mutter beim Flohmarktbummel)

„Was würdet ihr machen  … wie kann man sich helfen lassen …??? Wenn ein 7 j. Junge schon längere Zeit mit Puppen spielt?“

„Seit einiger Zeit sagt er mir immer wieder, dass er so gerne die Puppe hätte, und nun steuert er beim Einkaufen immer in die Puppenabteilung, sagt, dass er sich die so gerne vom Weihnachtsmann wünscht und er jetzt auch immer ganz lieb ist. Was würdet ihr machen? Erklären, dass das doch eigentlich nur was für Mädchen ist?“ (Foreneintrag einer Mutter)

“Mein Mann ist total dagegen. Was denkt ihr? Soll er seine Puppe bekommen auch wenn der Haussegen schief hängt. Mein Mann will ihn auf eine >Actionfigur< lenken.”

Die Verunsicherung ist so groß, dass ein Kaufhaus sich entschieden hat, auf seinen Onlineseiten die Kundschaft zu beruhigen:

Es ist „auch vollkommen in Ordnung, wenn der Sohn plötzlich mit Puppen spielen will – dies ist kein Ausdruck geschlechtlicher Prägung.“

In Kitas, in Filmen und Büchern, in den Spielwarenabteilungen, in der Werbung: auf den Verpackungen sind fast ausschließlich Mädchen abgebildet, und die Texte erklären, dass es hier um die „Puppenmutti“, „Freundin“, „Prinzessin“ geht und natürlich um „Mädchenträume“. Die gesamte Care-Welt schimmert rosa, und das rosa Label bedeutet: Nichts für Jungs! Auch da, wo auf das Etikett „Nur für Mädchen“ verzichtet wurde.puppenshops

Wir diskutieren über den Care-Gap, während Mädchen zu Hause ganz selbstverständlich mehr im Haushalt mithelfen (müssen) als ihre Brüder. Wir streiten über den Pay Gap in der ungerechten Berufswelt, während Jungen im Durchschnitt mehr Taschengeld bekommen als Mädchen. Wir führen eine erbitterte #aufschrei-Debatte, während auf den (Grund-)Schulhöfen ‚Mädchen‘, ’schwul‘ und ‚Bitch‘ ganz selbstverständlich als Schimpfwörter durchgehen. Wir kämpfen für mehr Gleichberechtigung und lassen zu, dass unsere Kinder zunehmend und immer stärker in zwei Schubladen gepresst werden, die außen schön rosa und hellblau sind und innen mit den Rollenklischees längst vergangener Zeiten ausgepolstert, damit das erwachsen Werden nicht so weh tut.

Zeit, die Kinderwelt mit in den Blick zu nehmen bei der nächsten Sitzung, Tagung, bei der Zukunftsplanung. Denn wir werden die Gleichberechtigungsprobleme der Erwachsenenwelt nicht nachhaltig lösen können, wenn wir nicht endlich erkennen, dass die Unterschiede, dass die Ungleichwertigkeit der Geschlechter, dass die Hierarchie ihren Anfang nimmt in der Kita … und noch viel früher.

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Nachtrag vom 19.1.2015:

"Kreise die Fehler ein" Quelle: @Luii_Luise auf Twitter

„Kreise die Fehler ein“, 2003 eingesetztes Schulbuch*
Foto by @Luii_Luise auf Twitter

 *Auch das von @thomas_mohr getwitterte Bild gab Anlass zu Diskussion und Statements über klischeehafte Aussagen in Schulbüchern. Es kam der Einwand, dass ja im dazugehörigen Lehrer*innenheft dazu auffordert werde, Geschlechterrollen mit der Klasse zu diskutieren. Ich fürchte aber, dass das Wissen und das Bewusstsein vieler Pädagog*innen nicht ausreicht, um die auf der Schulbuchseite gelegten Klischees im Gespräch ernsthaft infrage zu stellen und für die Kinder wieder zu öffnen. Denn leider ist ja nach wie vor die Mehrheit davon überzeugt, dass Jungen und Mädchen nunmal unterschiedliche Interessen und Verhaltensweisen haben und findet auch gar nichts Negatives daran. So blieb mit großer Wahrscheinlichkeit auch der oben eingekreiste Junge mit Puppe als „Fehler“ unwidersprochen.

 

Und da ich eben die Mathehausaufgaben meiner Tochter in die Finger bekommen habe, und auch hier die Geschlechter-Klischeeschleuder weitergedreht wird, fange ich mal eben einen neuen Post an zum Thema Schulbücher und lade dort die Matheaufgabe hoch.

 

Anders und trotzdem gleich(wertig) ?

Gendermarketing, die Aufteilung der Produktpaletten nach Geschlechtern liefert das alltägliche Mantra, das unseren Kindern einbläut, wie wir Frauen so sind und was wir Männer so mögen, was wir können, was wir essen, womit wir unsere Zeit verbringen … und was Jungen bzw. Mädchen tunlichst unterlassen sollten, wollen sie dazugehören und sich nicht selbst zu Sonderlingen und Außenseiterinnen machen. Geschmack, Vorlieben, Interessen, Fähigkeiten, Charaktereigenschaften … (Gender-)Marketing behauptet, auf unterschiedliche BadBoy-DramaQueenGruppen und ihre Interessen zu reagieren, und das klingt ganz wertfrei und wunderbar nach Vielfalt. Und das bunte Marketingangebot für Mädchen und für Jungen macht ja tatsächlich auch sichtbar, dass es nicht nur Männer gibt in dieser Welt, sondern auch Frauen und Mädchen. Aber warum müssen diese Darstellungen so klischeehaft sein? Alles nur spielerisch und ironisch… ? Geschenkt! Denn das eigentliche Problem liegt ganz woanders: im sogenannten Fremdgruppen-Homogenitätseffekt und in der Eigengruppen-Verzerrung (Ingroup-Bias) – harmlos-spaßig und spielerisch geht leider anders.

Zweiteilung führt zu Diskriminierung

Eine Trennung in zwei Welten führt zu einer spürbaren Homogenisierung innerhalb der jeweiligen Gruppe und zum sogenannten ‚Fremdgruppen-Homogenitätseffekt‘: Der „alle anderen sind gleich“-Effekt tritt bei jeder Art von Gruppenmitgliedschaft ein, er betrifft nicht nur das Aussehen, sondern auch das Verhalten. Mögen aus amerikanischer Sicht nicht doch alle Deutschen Bier? Und können Menschen afrikanischer Herkunft nicht irgendwie alle besser tanzen? Wir weisen also den Mitgliedern einer anderen Gruppe ähnliche Eigenschaften und Charakterzüge zu, während wir in unserer eigenen Gruppe die besonderen Eigenheiten der Mitglieder deutlicher erkennen. Und auch wenn es nicht abwertend gemeint ist, bleibt es doch diskriminierend, Geschmacksvorlieben oder rhythmische Fähigkeiten an Nationalität oder Hautfarbe festzumachen. Beides sind Urteile, die von natürlichen Merkmalen ausgehen und aus der Distanz gefällt werden; Individualität wird dabei ignoriert: In der Theorie gestehen wir Mädchen und Jungen alle menschenmöglichen Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften und Fähigkeiten zu. Wir sind uns einig, dass wir ihnen unabhängig vom Geschlecht alle Entfaltungsmöglichkeiten geben wollen. Doch im Alltag zeigt sich: Der Einfluss von Gewohnheiten, von historischen Entwicklungen und Werten ist immer noch so groß, dass wir mit Begrifflichkeiten wie ’normal‘, ‚typisch‘ oder ’so sind sie eben‘ hantieren. Jedes ‚anders‘ Handeln wird somit zur offensichtlichen Grenzüberschreitung.

Wir bevorzugen die eigene Gruppe

Grundsätzlich gibt es ja gar keinen Grund, ein gleichwertiges Nebeneinander von zwei oder mehreren Gruppen zu problematisieren, wenn jede mit den ihr zugeschriebenen Rechten und Pflichten einverstanden ist. Doch das Phänomen der ‚Eigengruppen-Verzerrung‘, der ‚Ingroup-Bias‘, führt dazu, dass wir die eigene Gruppe bevorzugen und Nichtmitglieder benachteiligen. Psychologische Untersuchungen zeigen, dass dieser Effekt selbst dann eintritt, wenn Gruppen willkürlich in eine Ingroup und eine Outgroup eingeteilt werden. Kinder spielen zum Beispiel lieber mit Kindern derselben Gruppe, nachdem ihre Zugehörigkeit zu dieser beliebig zusammengesetzten Gruppe mehrere Tage lang betont worden war (z.B. durch Tragen eines T-Shirts derselben Farbe).

Die sogenannte ‚Minimalgruppen-Forschung‘ aus den 1970er-Jahren des Sozialpsychologen Henri Tajfel ging noch einen Schritt weiter: Er zog den Schluss, dass allein die Einteilung in zwei Gruppen, selbst wenn sie künstlich zustande kam, zu Diskriminierung führt. Zur Minimalgruppen-Forschung gehören Experimente, in denen Versuchspersonen willkürlich zwei Gruppen zugeteilt werden, durch Münzwurf, Losentscheid oder durch triviale Eigenschaften, zum Beispiel die Vorliebe für eine bestimmte Musikrichtung. Wenn sie später in einem Scheinexperiment der Eigen- oder der Fremdgruppe Geld zuweisen sollen, dann zeigt sich, dass die Teilnehmenden ihrer Eigengruppe deutlich mehr Geld geben. Auffällig und besonders absurd dabei ist, dass es gar nicht mal darum geht, der eigenen Gruppe zu einem möglichst großen Gewinn zu verhelfen, sondern die Versuchspersonen behalten immer im Auge, einen maximalen Unterschied zur Fremdgruppe herzustellen, selbst auf die Gefahr hin, dass der Gesamtgewinn für die eigene Gruppe am Ende kleiner ausfällt. Den Schaden der anderen zu vergrößern ist wichtiger, als die Vorteile der eigenen Gruppe. Die Fremdgruppe wurde in diesen Fällen diskriminiert, und das, obwohl sich die Teilnehmer*innen nicht einmal kannten und obwohl sie das zu verteilende Geld nicht behalten durften.

Wir haben gewonnen

Dahinter steckt laut Henri Tajfel, dass wir eine Identität haben, die über das Ich hinausgeht, eine Art Wir-Identität, die dafür sorgen soll, dass es der eigenen Gruppe besser geht als den anderen. Wir versuchen die eigene Gruppe aufzuwerten, denn wenn es unserer Gruppe gut geht, geht es auch uns selbst gut, so unsere innere Logik. Geht es der Gruppe gut, wächst wiederum auch unser Zugehörigkeitsgefühl. Gewinnt Deutschland bei der Fußball-WM, schreiben die Zeitungen „Wir haben gewonnen“, verliert die deutsche Mannschaft, liegt der Fehler bei einzelnen Fußballer*innen, beim Trainer oder der Trainerin,  im Zweifel am Wetter. „Wir sind Papst“ freut deshalb auch Menschen, die sich bis dahin wenig für Kirchenoberhäupter interessiert hatten. Die Sozialpsychologin Sabine Otten erklärt, die Eigengruppe werde als Teil des Selbst verstanden. Und da wir wissen, dass ein gesunder Mensch sich selbst gegenüber eine positive Einstellung hat, überträgt sich diese Einschätzung auch auf die Eigengruppe: Wir finden sie wunderbar, sogar dann, wenn wir ihr erst seit kurzem angehören.

Der Wunsch, sich von der Fremdgruppe abzusetzen, wächst, wenn Wettbewerb mit ins Spiel kommt. Der Sozialpsychologe Jens Förster nennt in seinem Buch über „Nutzen und Nachteil des Vorurteils“ (Kleine Einführung in das Schubladendenken) zwei Bedingungen, unter denen negative Diskriminierung auftritt, allein durch die Bildung von zwei Gruppen: zum einen, wenn die Eigengruppe als wichtig erlebt wird, und zum anderen, wenn die positive Identität der eigenen Gruppe in irgendeiner Weise durch eine andere Gruppe bedroht wird. Etwas anders verhält es sich, wenn es um Geschlechtergruppen geht. Hier genüge schon „die Geschlechtsidentität, also die Frage, wie sehr wir uns als Mann oder Frau fühlen, und der feste Glaube daran, dass sich Männer und Frauen fundamental voneinander unterscheiden“. Beides zusammen führe selbst ohne den Faktor Wettbewerb zu Diskriminierung, betont Jens Förster. Zum Beispiel dann, wenn jemand durch sein Verhalten unsere Rollenklischees von Frau und Mann, von Mädchen und Jungen infrage stellt.

Wettbewerb ist Alltag

Auch außerhalb von Wettbewerbssituationen also geraten die Gemeinsamkeiten von Menschen aus dem Blick, wenn man sie fortwährend in zwei Gruppen teilt. Mehr noch, wenn man sie immer wieder in dieselben zwei Gruppen trennt: Die Kategorie Geschlecht nehmen wir jeden Tag viele Male wahr, und wir stellen sie weit über Größe, Einkommen, Alter, Augenfarbe … oder jede beliebige andere Kategorie, die uns aus der rosa- oder hellblauen Schublade heraushelfen könnte, würden wir sie nicht als weniger wichtig einstufen. (Nur die Religion scheint dieser Tage genauso relevant und streng beurteilt, wenn es um Gruppenzugehörigkeit geht).

Im Alltag spielt Wettbewerb unter Mädchen und Jungen natürlich immer wieder eine Rolle, allein schon durch die wiederkehrenden Vergleiche der Erwachsenen (besser lesen, schneller rennen, schöner malen, Schwereres tragen …). Auch der Wettbewerb unter Erwachsenen, die im Berufsleben um Status und Anerkennung kämpfen, bleibt Kindern nicht verborgen, sie erkennen darin die Spielregeln der Erwachsenenwelt. Der Neurobiologe Gerald Hüther ist überzeugt: „Weil sie in unserer Wettbewerbsgesellschaft ständig aufeinander gehetzt werden, haben sich beide Geschlechter schon weit voneinander entfernt.“ Die Tatsache, dass mehr Frauen in Männerdomänen Erfolg haben wollen als Männer in Frauenberufen, der Umstand auch, dass immer mehr Frauen vordringen in Berufe, die besser bezahlt sind und höheren Status versprechen, vermittelt den Kindern die jeweilige Wertigkeit verschiedener Tätigkeiten. Diese Hierarchie überträgt sich sehr oft auch auf die Familie, was einem gleichberechtigten Zusammenleben von Mutter und Vater, Brüdern und Schwestern nicht gerade zuträglich ist.

Gendermarketing mag also durchaus ein Zeichen dafür sein, dass unsere Welt vielfältiger geworden ist, der Blick auf unterschiedlichste Gruppen, die bisher weniger gehört, weniger wahrgenommen wurden, spricht dafür. Doch wenn wir Vielfalt auf das Individuum beziehen wollen, also Vielfalt verstehen als individuelle Wahlfreiheit, dann zeigt sich, dass Frauensenf und Männerchips, Mädchenschnuller und Jungsshampoo eine Einengung bedeuten und unsere persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten reduzieren.

Im übrigen nehmen Kinder die Werbe- und Warenwelt ganz anders wahr als wir Erwachsenen, nämlich schlicht als Wahrheit: wenn Männer im medialen Care-Bereich von Kinder, Haushalt, Pflege nicht abgebildet werden, dann, weil das wohl so sein muss, weil sie es offenbar nicht können. Und diese seltsam verzerrte Vorbildwelt erleben Jungen und Mädchen abertausende Mal bevor sie  selbst vor der Entscheidung stehen, welche Rolle sie in ihrer eigenen Familie denn einnehmen wollen. Was also in der Erwachsenenwelt ermutigend wirken kann, eine neu und endlich abgebildete Vielfalt, wird schnell zur self-fulfilling prophecy, denn die wieder und wieder reproduzierten Werbeklischees werden diese Vielfalt schnell wieder zerstören.

 

 

*Passagen dieses Artikels sind dem Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle“ entnommen.

Endlich mittendrin in der Gender-Diskussion…

Gleichmacherei | Umerziehung | geschlechtsneutral | Genderwahn | David Reimer | TestosteronSteinzeit

 Artikel überarbeitet 3/2015 und 2/2016

Missverständnisse und scheinbare Argumente gegen … ja was eigentlich?

Bei der Recherche für unser Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle“ bin ich immer wieder in Kommentaren und Diskussionen versunken, in denen sich Menschen das Wort ‚Gender‘ um die Ohren hauen. Ideologie schreiben die einen, Schwachsinn die anderen. Sobald das Wort ‚Gender‘ auftaucht, wird gezetert und gefetzt, die Inhalte der einzelnen Artikel, Studien oder Bücher, die individuelle Haltung der Autor*innen werden abgelehnt, selbst dann, wenn sie letztlich dieselbe Meinung Rosa-Hellblau-Falle-Buchcoververtreten wie die Zerfetzer*innen. Gendermarketing verfolgt beispielsweise völlig andere Ziele als Gender Mainstreaming oder Genderforschung und in allen drei Fällen wird der Begriff unterschiedlich verwendet und in der Praxis eingesetzt. Bloß fällt das kaum jemandem auf, weil der Einmischungsreflex schon ausgelöst wurde, noch bevor der Inhalt des jeweiligen Beitrags ankam. Der Begriff Gender polarisiert, viele wenden sich gegen das, was sie damit verbinden, ohne klar formulieren zu können, a) was genau sie daran stört und b) ob das überhaupt Teil des Artikels / Gedankens / Forschungsrichtung / Konzeptes ist, gegen das sie sich wenden.

Und jetzt? Sind wir mittendrin. Beate Hausbichler hat auf dieStandard.at unser Buch vorgestellt, und die Kommentarseiten darunter sind die Fortsetzung dessen, worüber wir schon im letzten Jahr nur staunen konnten. Wenn wir einen Artikel schreiben, ein Interview führen, egal zu welchem Aspekt unseres Buches, immer folgen Vorwürfe und Argumente, die sich ähneln und wiederholen:

Gleichmacherei !

ist der häufigste Vorwurf hinter dem ein (absichtliches?) Missverstehen steckt. Der unglücklich gewählte Begriff des „Gender Mainstreaming“ mag mit dazu beitragen, dass sich weiter verbreitet, das Ziel der dahinter stehenden politischen Entscheidung sei, aus allen eins zu machen. Einheitsgrau. Dabei geht es um das genaue Gegenteil, die Geschlechterforschung setzt sich dafür ein, nicht weniger, sondern mehr Unterschiede zu machen, nicht Gleichmacherei ist das Ziel, sondern Vielfalt. Wünschenswert ist doch, dass alle frei wählen könnten abhängig von ihren individuellen Vorlieben und eben nicht, weil andere sie der Gruppe der Männer bzw. Frauen zuordnen und dann darüber befinden, ob das Gewählte nun „typisch“ oder „richtig“ ist. Glitzer oder Matsch, MINT- oder Care-Beruf, sprachbegabt oder sportlich, oder auch alles zusammen – warum setzen wir Verhalten, Beruf und Interessen in Bezug zum Geschlecht?

Den Vorwurf geben wir deshalb zurück: Die Unterschiede zweier Geschlechter über alles zu stellen, bedeutet DIE Männer und DIE Frauen innerhalb ihrer Gruppe einander gleich zu machen. Homogenisierung, also Vereinheitlichung auf beiden Seiten der Mauer ist die Folge. DAS ist Gleichmacherei. Gendermarketing z.B. betreibt sie, indem hier Zielgruppen nach Geschlecht sortiert, typisiert und verallgemeinert werden, so dass sich Stereotype (gerne gerechtfertigt mit ‚Ist doch nur ironisch gemeint‘) vor allem bei Kindern immer stärker verfestigen.

Väter, die sich um ihre Kinder kümmern, oder Jungen, die sich Freunden gegenüber fürsorglich zeigen, offenbaren nicht ihre weibliche Seite, sondern eine Facette ihrer selbst. Frauen, die sich für technische Abläufe begeistern, und Mädchen, die riskante Spiele lieben, haben keine männliche Ader, sondern sie gehen ihren persönlichen Interessen nach.“

(Die Rosa-Hellblau-Falle. Schnerring /Verlan. 2014)

„Ist doch schön, dass es Unterschiede gibt!“

Das ist kein Gegenargument, sondern hängt mit dem oben schon genannten Vorwurf der Gleichmacherei zusammen. Und wer ihn vorbringt, ignoriert, dass es hier nicht um zwei gleichwertige Varianten geht nach dem Motto „Wer sich nicht als Prinzessin verkleiden möchte, geht eben als Pirat, es können doch alle, wie sie wollen…“ Nein, so einfach ist es leider nicht, denn es gibt eine Hierarchie zwischen dem was Jungen bzw. Männern als „typisch“ zugeschrieben wird, und dem, was in unserer Kultur als weiblich gilt. Wer das nicht wahrhaben möchte, muss nur einmal die Zuschreibungen vertauschen: Die Tochter als Piratin? Kein Problem. Doch der Sohn möchte als Prinzessin in den Kindergarten gehen? – Da wird klar, dass es so gleichwertig nicht zugeht in der Kinderwelt (Nachtrag: Spielzeug, das „For Boys“ gelabelt ist, hat häufig mit Abenteuer und Spannung zu tun, es wird für Söhne und immerhin auch mal für Töchter gekauft. Doch Produkte rund um Mode, Schönheit, Haushalt, die meist mit rosa Label angeboten werden, landen kaum auf dem Geschenktisch eines Jungen) – genausowenig wie in der Erwachsenenwelt. Eine Frau im Studium zur Maschinenbauerin? Schwierig, aber immerhin anerkannter als noch vor einigen Jahren. Voller Hürden wegen des „Stereotype Threat“ aber wer dann noch über den PayGap hinweg sieht, hat hier einen Beweis in Sachen Gleichstellung und für die Haltung „Heute stehen Frauen doch alle Wege offen“.

Anders, wenn sich ein Mann entscheidet, als Erzieher arbeiten zu wollen: Verdächtig jeden Tag. Was will der in dem Beruf? Ist der schwul? Was macht der mit den Kindern? Achso, will der Hahn im Korb sein…   von wegen männlich und weiblich sind nur zwei gleichwertige Varianten des Menschseins…  :(Bildschirmfoto 2015-03-05 um 13.58.05

–> Blogpost über das Unverständliche: Dass Puppen nicht für alle da sind und was das mit dem CareGap zu tun hat.

Dazu passt ein schon etwas älterer aber immernoch aktueller Blogartikel von Dr.Mutti mit einem Zitat der Psychologin Diane Ehrensaft:

That’s because girls gain status by moving into “boy” space, while boys are tainted by the slightest whiff of femininity. There’s a lot more privilege to being a man in our society. When a boy wants to act like a girl, it subconsciously shakes our foundation, because why would someone want to be the lesser gender?

 

Umerziehung

Beliebtes Ich-bin-dagegen-Argument: „Nun lasst die Kinder doch Kinder sein. Lasst sie in Ruhe mit Eurem…!“ – Ja, womit denn genau?

„Schubladendenken!“, möchten wir ergänzen.

Der Vorwurf hinter dem Argument „Umerziehung“: DIE Feministinnen hätten erreicht, dass weibliche Eigenschaften positiv gewertet würden und männliche abgeschafft werden müssten. Und da Erziehungseinrichtungen, Bibliotheken und Grundschulen ja fest in weiblicher Hand sind, hier also weibliche Eigenschaften und Verhaltensweisen dominieren, müssten sich die Jungen jetzt anpassen, ihre Art würde nicht mehr wertgeschätzt. Letztlich wollen die Gender-Befürworter*innen Jungen zu Mädchen machen. –  Nö, das steht so nirgends und wenn, ist es eine individuelle und falsche Auslegung, die mit der Gendertheorie oder dem Konzept des Gender Mainstreaming nichts zu tun hat. Das Gegenteil ist der Fall: Niemandem wird etwas genommen, sondern GenderSuppealle sollen etwas dazugewinnen. Kinder sollten die Wahl haben, sich für alle Dinge, Verhaltenweisen, Berufe, Farben etc.pp zu entscheiden, egal ob sie durch unsere Kultur weiblich oder männlich konnotiert sind. Also über die von Erwachsenen gesetzten Geschlechtergrenzen hinweg. Und zwar ohne Kommentare, ohne Einschränkung durch wiederkehrende Bilder, die Kindern jeden Tag zeigen, wie ein „richtiger“ Junge, ein „richtiges“ Mädchen zu sein hat. DAS ist genau die Manipulation und Einschränkung, auf die das eingangs zitierte Gegen-„Argument“ hinweist.

Denn mal ehrlich: Vor dem Hintergrund, dass allein die deutschen Firmen insgesamt mehr als 60 Millionen Euro jedes Jahr in ihr Marketing investieren, ist es zynisch, hier von freier Wahl zu sprechen. So wie Rosa und Hellblau und die dazugehörigen Eigenschaften aktuell verkauft, vermarktet und ihre Zuordnung zu nur einem Geschlecht verteidigt werden, ist offensichtlich, dass Kinder eben nicht in Ruhe gelassen werden. Und das liegt nicht an der Genderforschung. Zwischen 3.000 und 5.000 Werbebotschaften drängen sich tagtäglich in unser Bewusstsein, eine fortwährende Bilder- und Informationsflut, die nur dem einen Zweck dient, Wünsche und vermeintliche Bedürfnisse zu wecken und unsere (Konsum-)Entscheidungen zu beeinflussen: Bereits Kleinkinder können 300 bis 400 Markenlogos zielsicher zuordnen. „Nun lasst doch die Kinder Kinder sein!“ – Einverstanden! Beginnen wir doch damit, sie nicht mehr in zwei enge Schubladen zu stecken und lassen sie selbst entscheiden.

bote

Wetterauer Wochen-Bote, 3.2.2016

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Geschlechtsneutral

… geht doch gar nicht! – Sagen die Kritiker*innen jedes Gedankens, der den Begriff Gender verwendet. Eben! Geschlechtsneutral geht gar nicht, da sind wir im Grund schon wieder einer Meinung. Wir leben in einer Kultur übertriebener Zweigeschlechtlichkeit und das schon seit vielen Jahrzehnten. Wie sollte ein Paar sein Kind in ein paar wenigen Jahren all das vergessen machen, es unabhängig von Geschichte, kulturellen Übereinkünften, Ritualen, Haltung, Meinung, Werbung, Produkten… aufwachsen lassen? Familie ist doch keine Insel. Es gibt keine neutrale Erziehung, Mädchen und Jungen wachsen anders auf, werden anders behandelt, stoßen auf unterschiedliche Erwartungen der Erwachsenenwelt. Dem Sohn eine Puppe zu kaufen und der Tochter eine Carrerabahn, das macht noch keine geschlechtergerechte Erziehung. Erwachsene müssen sich bewusst werden, DASS sie Unterschiede machen. Erst dann können sie ihr eigenes Handeln hinterfragen und ggf. ändern. Und wenn sich ein Mädchen für Glitzer entscheidet, ein Junge auf Actionfiguren steht, dann ist das kein Beweis für biologische Einflüsse, sondern für die Macht der Umwelt. Kinder passen sich an, um Rollenerwartungen zu entsprechen. (Studie)

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Genderideologie, Genderwahn, Genderismus …

Wer mit einem dieser Begriffe hantiert, wirft gern Autor*innen jeden Hintergrunds in einen Topf. Dem einen Artikel wird der Vorwurf gemacht, unwissenschaftlich zu sein, obwohl der diesen Anspruch selbst nie erhoben hat. Komplexe fachliche Diskurse von Wissenschaftler*innen werden populistisch verkürzt. Autor*innen von Fachartikeln unterschiedlichster Themenbereiche werden kurzerhand der Genderforschung zugeschrieben, obwohl es die so einheitlich und klar abgegrenzt gar nicht gibt. Es kursieren folglich auch falsche Zahlen über die Anzahl der Menschen, die sich mit diesem Thema befassen (Der Hart-Aber-Fair-Faktencheck im März 2015 ergab, dass von überteuertem Wahn keine Rede sein kann) Die politische Strategie des Gender Mainstreaming wird gern gleichgesetzt mit dem Konzept Gender. Aufsätze, die sich gegen alles wenden, was ihre Autor*innen mit dem Begriff der Gender Studies verbinden, erheben den Anspruch der Wissenschaftlichkeit, genügen ihm aber selbst nicht, sondern zeugen vielmehr von fehlendem Erkenntnisinteresse. Manchen Autor*innen genügen deshalb ihre Alltagstheorien oder der angeblich ‚gesunde Menschenverstand‘, um eine ganze Wissenschaft in Frage zu stellen. – ohne Worte.

 

Gender-Experimente und der Fall David Reimer

Die Zuweisung von Geschlecht wird von den Gender Studies eindeutig kritisiert. ‚Gender‘ wird eben nicht im Sinne John Moneys verwendet und die Arbeit des Psychiaters gehört auch nicht zu den Grundlagen der Gender Studies, auch dann nicht, wenn das immer wieder von Gender-Gegner*innen behauptet wird. Money hat das theoretische Konzept ‚Gender‘ nicht erfunden, sowieso gab es auch ohne den Gebrauch des Begriffs ‚Gender‘ verschiedene Theorien über die Frage, wie sich Geschlechterverhältnisse entwickeln, wie sie sich reproduzieren und wie sich Machtverhältnisse stabilisieren. Innerhalb der Geschlechterforschung gibt es unterschiedliche Debattenstränge, und viele Gendertheoretiker*innen, Judith Butler oder auch Anne Fausto-Sterlin, haben Moneys Arbeit und die geschlechtliche Vereindeutigung von Menschen kritisiert. Vorallem wird die Praxis der Geschlechtsvereindeutigung durch Operationen bei (intersexuellen) Säuglingen bzw. Kleinkindern kritisiert. Der Fall David Reimer taugt also nicht als Argument, um sich für die Zweiteilung der Welt in männlich und weiblich stark zu machen oder um Gendertheorien im Allgemeinen als Unsinn darzustellen.

Geschlecht ist eben KEINE Kategorie, der jemand eindeutig zugeordnet werden kann oder sollte, also hätte es aus Sicht der Gender Studies in dem vorliegenden Fall auch keine Operation und keine Umerziehungsversuche gebraucht, sie haben im Gegenteil und die sowieso schon schwierige Ausgangssituation noch verschlimmert.

Dazu passt: Heide Oestreich. Vorsicht vor kastrierenden Lesben

 

Und dann war da noch das Argument aller Argumente, das Testosteron, gleich gefolgt von der Steinzeit:

Testosteron

Das Hormon, das für Aggression und die Lust am Wettkampf verantwortlich gemacht wird. Doch effektive Konzentration, Einfluss auf die Gehirnentwicklung sowie Wechsel des Hormonpegels sind längst nicht zuende erforscht, neue Studien widerlegen alten Volksglauben, und wie es sich auf das Verhalten auswirkt ist keinesfalls geklärt. Bekannt dagegen ist die Wechselwirkung von Verhalten und verändertem Hormonspiegel: Väter, die sich um ihre Kinder kümmern, haben einen niedrigeren Testosteronspiegel, der wieder steigt, wenn sie sich anderem zuwenden. Sport und Wettkampf sorgen dafür, dass der Testosteronspiegel steigt, bei Frauen wie bei Männern – was wieder belegt, dass unser Verhalten auch uns selbst verändert. Beim für uns entscheidenden Thema Bagger oder Puppe, Fußball oder Ballett und der geschlechtergerechten Pädagogik ist der Testosteronspiegel irrelevant, denn „Bis zum zehnten Geburtstag haben Jungen und Mädchen gleich viel von dem männlichen Geschlechtshormon im Blut, nämlich praktisch nichts.“

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Steinzeit

Sie wird gern als „Das war schon immer so“-Argument in Sachen Rollenverteilung herangezogen, dabei kann sie weder für die eine noch für die andere Variante Belege liefern. Tatsächlich verteidigen die Anhänger der Jäger-Sammlerinnen-

Ausstellung, Archäologisches Museum im Freiburger Colombischlössle

Ausstellung, Archäologisches Museum im Freiburger Colombischlössle

Theorie eine Aufgabenverteilung, die erst zum Ende des 19. Jahrhunderts und mit Mitteln der Gesetzgebung und Geschichtsschreibung installiert und durchgesetzt wurde. Ihre Grundlage ist also nicht der Höhlenmensch sondern das Biedermeier.

(„Ich Mann. Du Frau. Feste Rollen seit Urzeiten?“ Buch + Ausstellung)

(–> Radiofeature des Deutschlandfunk über Steinzeitklischees)

 

Trotzdem müssen die letzten beiden Punkte immer wieder als angebliche Gender-Gegenargumente herhalten, denn was schon immer so war und sich aus Gewohnheit irgendwie vernünftig anhört, hält sich leider hartnäckig. Das Phänomen des Confirmation Bias sorgt dafür, dass sich sogar widerlegte Informationen fest in unserem Bewusstsein halten. Wer aber offen ist, das eigene Weltbild zu hinterfragen, bisher Gelerntes beiseite zu legen, wird hier überrascht werden. Und hier verweise ich nun wirklich auf unser Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle“ insbesondere Kapitel 2 (‚Von Beginn an zwei Welten – Warum wir schon vor der Geburt Unterschiede machen‘) und Kapitel 5 (‚Strammer Max und Elfentrank – Was Ernährung mit dem Geschlecht zu tun hat‘) und freue mich über darauf aufbauende Diskussionen.

 

Vorschlag

Gender wird definiert als «Geschlecht als gesellschaftlich bedingter sozialer Sachverhalt» (Brockhaus 2010: Bd. 8, 2565). Gender meint also gesellschaftliche Geschlechterverhältnisse, die abhängig von Zeit und Ort sind.

Es wäre schön, Kritik und Kommentare, die darüberhinaus gehen, würden sich konkret mit dem Artikel, Buch, Aufsatz, Autor, der Autorin befassen, gegen die sie sich richten. Ein allgemeines gegen den Begriff Argumentieren führt in die Sackgasse.

Und so geht es mir auch mit den Kommentaren unter der Rezension unseres Buches: Hier werden Fragen gestellt, die im Buch beantwortet und belegt werden, und zugleich Dinge behauptet, die so gar nicht drin stehen. Persönliche Beobachtungen werden angeführt („Also bei meiner Nichte ist das ganz anders“) um Studien zu widerlegen. Deshalb machen mich Reaktionen und Kommentare, die sich scheinbar auf unser Buch beziehen, sich aber nur allgemein mit dem Begriff ‚Gender‘ befassen und alles durcheinander wirbeln, was je dazu geschrieben, behauptet und provoziert wurde, ratlos. Stattdessen freuen wir uns über Rückmeldungen von Menschen, die das Buch gelesen haben oder sich dafür interessieren, wie wir unseren Kindern eine freie Wahl und unabhängige Entwicklung ermöglichen, ohne die Einengung durch rosa und hellblaues Schubladendenken.

 

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Nachtrag:

– von Dr.Mutti gibt’s einen Beitrag, der noch wichtige Punkte zu diesem Thema aufgreift

Joachim Schulz hat letztes Jahr nach dem Lesen einer Kommentardiskussion einen ähnlichen Post veröffentlicht.

– Und Antje Schrupp hat vor langem einen Artikel über den Unterschied zwischen Biologie und Biologismus gepostet: „Der Biologie-versus-Sozialisations-Streit als solcher führt im Allgemeinen von den politischen Konflikten weg, weil er Fragen auf eine wissenschaftliche Ebene hebt, die in Wirklichkeit auf die politische Ebene gehören.“

Katja Sabisch klärt in ihrem Artikel einige Fakten zur Genderforschung, die im öffentlichen Bewusstsein durcheinandergeraten bzw. noch nie angekommen sind.