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Din 824C – Falten, aber richtig

Einladung zum Radiohören! Auf SWR2 am 6. Juli um 14:05 – 15 Uhr

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Geschlechterdifferenz auf dem Klo des Deutschlandfunk

 

Für ein Interview über unser Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle“ war ich heute im Deutschlandfunk. Es war ein Live-Gespräch mit Radio Bremen, dorthin wurde ich vom Studio aus verbunden und hatte 4 Minuten Zeit zu erklären, was wir auf 250 Seiten über Rollenklischees und Geschlechtergerechtigkeit geschrieben haben. Hans-Heinrich Obuch hat mir den Klappentext meines Buches vorgelesen, um dann ein Fragezeichen anzuhängen: Ist ihr Buch ein Aufruf zum Widerstand?

Interview anhören

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Das war so weit ganz ok, ich bin trotz Adrenalin einigermaßen flüssig los geworden, was mir dazu wichtig ist, noch war ja Zeit. Und dann kam schon bald die Frage, die ein gefühltes Minuten-Sendeloch nach sich zog, schade um jede Sekunde: „Wenn die Schubladen nicht immer wieder bedient würden, wäre das dann die heile Welt?“ Heile Welt? Die Utopie? Was wollte er wissen, wo führte das hin? Wollte er damit behaupten, sich als Erwachsene Gedanken über Geschlechterdifferenzen zu machen, um sie nicht an die nächste Generation weiterzugeben, sei belanglos im Verhältnis zur Weltwirtschaftskrise oder der Situation der Krim? Wie erkläre ich in 4 Minuten, dass Geschlechtergerechtigkeit kein Hobby ist, das ich mir aus dem Angebot von Italienischkurs, Yoga und Laienchor ausgesucht habe? Wie zwischen Nachrichten und dem nächsten Musiktitel kurz mal darlegen, dass es bei Rosa und Hellblau nicht um die Wahl einer Lieblingsfarbe geht, sondern dass Machtverhältnisse, Hierarchien, Einschränkungen damit verbunden sind und dass Interessen, Neigungen, Lebensläufe grundlegend davon beeinflusst sind?

Wie in jedem Interview bedauere ich nicht das, was ich geantwortet habe, sondern das, was ich nicht gesagt habe. Auf dem Weg zum Ausgang kam ich mal wieder an den ausführlich beschrifteten Toilettentüren des Deutschlandfunk vorbei, vielleicht hätte ich diese Infos dort in meine Antwort mit einbeziehen sollen. Denn vor allem der mittlere Teil ist ja der springende Punkt, den wir zwischen Topmodel-Serien, Transformer-Filmen, Prinzessinnen-Partys und Monster-Fighern und letztlich auch in der Diskussion um Putin und die Krim so leicht vergessen:

Tür zur Herrentoilette im Deutschlandfunk Köln

Tür zur Herrentoilette im Deutschlandfunk Köln

 

Das Pendant ist zwar kürzer, sagt in einem Satz aber dasselbe zum Thema „Wesensdefinition“.

Tür zur Damentoilette im Deutschlandfunk Köln

Tür zur Damentoilette im Deutschlandfunk Köln

Der Vollständigkeit halber hier auch im Bild:

 

 

 

 

 

 

 

Abschied nehmen von den Dingen…

… von der Not und der Kunst sich zu verkleinern.

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Typisch Mädchen? Typisch Junge?

Einladung zum Radiohören

Dass Rosa und Hellblau in unserer Kultur und Zeit eben nicht „nur“ Farben sind, sondern mit ihnen bestimmte Eigenschaften und Dinge assoziiert werden, das wird klar und auch spürbar beim Anblick der Kinderzimmer, die die Fotografin JeongMee Yoon seit 2005 in ihrem „Pink & Blue Project“ festhält. Was in den Fotos übertrieben scheint, findet sich aber auch im Alltag von Vorschulkindern hier und heute. Einmal den Blick geöffnet, einmal das Ohr gerichtet auf Kommentare, Zuordnungen, Bewertungen fällt auf, dass schon die Kleinsten lernen, wie ein „richtiges“ Mädchen zu sein hat und was einen „richtigen“ Jungen ausmacht“.

Zu diesem Thema haben wir ein Radiofeature (25 Minuten) produziert, das am Samstag, 1.2. ausgestrahlt wird wurde – hier geht es zum Audio und zu dem wir gerne einladen wollen:

1. Februar um 8:30 – 9:00 Uhr auf SWR2 und danach auch als Podcast:

Typisch Mädchen? Typisch Junge? –

Geschlechterstereotype im Vorschulalter“

 

Mädchen lieben rosa, und Jungs sind nun mal wild. Was soll man da schon machen als aufgeklärte Eltern? Hat sich an dieser strikten Rollenzuweisung eigentlich etwas Grundlegendes verändert in den letzten Jahrzehnten? In den 1970ern wollten viele Eltern es unbedingt vermeiden, ihre Kinder auf Geschlechterrollen festzulegen. Wie sieht das heute aus? Befinden wir uns auf einem stetig, wenn auch langsam aufsteigenden Weg hin zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung? Oder ist rosa vielleicht noch süßer geworden und himmelblau dem Nintendo-Schwarz gewichen? Eine Sendung über Tanzkurs und Fußballtraining, Puppen- und Bauecke, Röckchen und Camouflage-Pullis und über die Rollenvorstellungen in Kindertageseinrichtungen und Kinderzimmern.

Eine Sendung mit Sigrid Schmitz, Professorin für Gender Studies an der Universität Wien. Mit der Diplom-Pädagogin Susanne Wunderer aus Köln, und mit Erzieherinnen und Kindern der KiTa Sonnenblume in Burscheid-Hilgen.

Vielen Dank noch einmal an alle Mitwirkenden!

 Hier der Anfang des Radiofeatures zum Reinhören:

Ausschnitt zum Reinhören

„Typisch Mädchen? Typisch Junge?“ – Ausschnitt zum Reinhören

Kommunikazumutung – Timo Brunke

 

Timo Brunke

Timo Brunke

„Was machen Sie eigentlich hauptberuflich?“

Nach einem mal hinreißenden, mal nachdenklichen, immer intensiven Auftritt kam eine sichtlich begeisterte Dame aus dem Publikum mit genau dieser Frage zu Timo Brunke: „Was machen Sie eigentlich hauptberuflich?“

Timo Brunke ist Sprechdichter, Performance Poet und Literaturdidaktiker. Er hat den Stuttgarter Slam in der Rosenau ins Leben gerufen und 2004 den 8. National Poetry Slam organisiert. Er hat für die Stuttgarter Zeitung gereimte Kolumnen geschrieben und ist seit vielen Jahren im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus mit seinen Literaturprogrammen unterwegs. Timo Brunke unterrichtet am Literaturhaus Stuttgart und an verschiedenen Schulen Sprache und Literatur, zuletzt ist im Ernst Klett-Verlag sein Buch ’10 Minuten Dings und andere Ideen zum Leben und Schreiben‘ erschienen.

„Was machen Sie eigentlich hauptberuflich?“ – „Na das, was Sie gerade gesehen haben“, war deshalb auch seine Antwort. Doch das konnte sie kaum glauben und viele andere auch nicht, denn diese Frage kommt immer wieder mal aus dem Publikum. Was erwarten sie wohl? Einen Brötchenbäcker, der abends noch ein paar Reime fürs Publikum schmiedet? Welches Bild entsteht im Lauf des Abends nach Liedern, Gedichten und Geschichten? All die ‚Tetraoden im Übermarkt‘, improvisierten Stanzen, Lautgedichte, Sprachspielereien, das kann doch nur eine brotlose Kunst sein? Doch das ist die gute Nachricht, dass Timo Brunke von seiner Kunst leben kann, dass es möglich ist, sich den Marktmechanismen so weit zu entziehen, dass es eine künstlerische Freiheit auf der Bühne gibt jenseits der üblichen und allzu leicht akzeptierten Verwertungsmaßstäbe.

Mehr über Timo Brunke gibt es hier zu hören, in unserem Radiofeature am 22. Januar 2014 um 21.05 bis 22 Uhr im Deutschlandfunk und danach unter demselben Link als Podcast. Eine Sendung mit Timo Brunke, Bas Böttcher, Roland Borgards und Thomas Richardt. Und hier ein erster Ausschnitt zum Reinhören:

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Improvisation? Der Vormund ist im Text gefangen…

Vormund

Helge und das Udo
„Der Vormund“

 

Hier kommt noch ein Link, den ich nachliefern möchte, zum Video von Helge Thun und Udo Zepezauer mit ihrer Comdey-Nummer „Der Vormund„, aus der wir Ausschnitte verwendet haben in unserer Sendung für SWR2 über Improvisation, dem Radiofeature „Springt der Funke über?

Mit der Nummer hat Helge Thun (damals zusammen mit Jakob Nacken im Teamwettbewerb) den National Poetry Slam 2004 in Stuttgart gewonnen.

Zum Thema Poetry Slam gibt es hier ein paar Hintergrundinfos aus unserer „Langen Nacht des Poetry Slam“ im Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur.

 

 

Improvisation….

2013-artsbirthday

Improvisiertes Live Hörspiel, art’s birthday 2013 im ZKM

… und Einladung zum Radiohören:

am 17. Dezember auf SWR2 um 22h03

‚Springt der Funke über? Kriterien und Regeln improvisierter Dichtung‘

Feature von Almut Schnerring und Sascha Verlan

Dass Dichtung auch ohne Korrekturen und einen längeren Werkprozess funktionieren kann, beweisen die Improvisationsdichter. Sie arbeiten nicht mit Buchstaben auf Papier, sie sprechen ihre Texte live. Damit verzichten sie bewusst auf die Möglichkeit, ihren Text durch Umstellen, Neuschreiben oder Verwerfen in eine endgültige Fassung zu bringen. Den Improvisationsdichtern geht es nicht um ein druckfertiges Manuskript, sondern um den direkten Kontakt mit dem Publikum – darum, in einem bestimmten Moment spontan den richtigen Ausdruck zu finden. Gelingt der Coup, nimmt das Publikum am Ende kein Buch mit nach Hause, sondern die Erinnerung an einen inspirierenden Abend.

Unter anderem mit:

–       Tobias Borke, Freestyle-Rapper aus Stuttgart

–       Timo Brunke, Performance-Poet aus Stuttgart

–       Sandra Masemann, Autorin und Trainerin aus Hannover

–       Selim Özdogan, Schriftsteller aus Köln

O-Ton 22 (Roland Borgards):  Improvisation zu dokumentieren ist sehr problematisch, das gilt für jede Form von Improvisation, weil Improvisation eine Augenblickstätigkeit ist, die nur solange dauert, wie der Augenblick selbst dauert. Das heißt, das Improvisatorische in einem solch emphatischen Sinne gesprochen verschwindet immer, bei jeder Aufzeichnung, das gilt nicht nur in dem Fall, dass das in Schrift übersetzt wird, das gilt auch schon für einen Mitschnitt, und das gilt auch für eine musikalische Improvisation, wenn man sie mitschneidet.

 O-Ton 23 (Selim Özdogan):  Der Unterschied zwischen einem literarischen Improvisieren und dem, was wir hier machen, ist für mich nicht weit. Jetzt sitzen wir hier bei mir auf dem Sofa, wir könnten das Gleiche auf der Bühne machen, und es wäre auch für andere Leute interessant. Und dann hätten wir schon diesen Raum, der sich öffnet. Und ganz letzten Endes, das hier wird ja ’n Feature, wir öffnen ja den Raum, also so, wir sind auf ’ne Art schon da, dass wir das gemeinhin nicht Literatur nennen, ja, ist mir bewusst, aber ich verstehe auch das als Literatur, als eine Unterhaltung durch Sprache und Klang.

Die Sendung hat eine Länge von 55 Minuten, wer am Termin selbst nicht dazukommt, kann sie sich ab Dienstag, 17.11. eine Woche lang im Netz anhören.

Und hier stelle ich einen erster Ausschnitt ein, sobald wir fertig sind mit der Produktion:

Ausschnitt hören

Ausschnitt hören

Viel Spaß bei einer Hör-Stunde rund ums Thema improvisierte Dichtung!

Adbusting, Culture Jamming und konsumpf.de

 

 

 

Für unsere Radiosendung ‚Kulturelle Störgeräusche‘ hatten wir Anfang des Jahres auch den Konsumkritiker Peter Marwitz getroffen, auf den wir über seinen Blog www.konsumpf.de aufmerksam geworden waren. In seinem „Forum für kreative Konsumkritik“ schreibt er über die Auswüchse von Reklame und Marketing und macht an vielen Beispielen deutlich, dass wir keinesfalls so immun gegen die allgegenwärtigen Logos und Kaufaufforderungen sind, wie wir es gerne wären und wie viele tatsächlich von sich denken. Zwischen 5.000 bis 10.000 Werbebotschaften erreichen uns täglich, schätzen verschiedene Kommunikationsforscher_innen. Marktforschungsinstitute bestreiten diese Zahl natürlich. Henner Förstel, Projektmanager und Werbeforscher, beispielsweise meint in einem Artikel von oekotest.de: „Zählt man nur die Werbespots, die der Konsument aktiv wahrnimmt, so sind das viel weniger, als man glaubt.“ Ein zynischer Einwand von Seiten der Werbeindustrie, beschäftigt sie sich doch seit langem mit dem Einfluss unbewusster Botschaften. Gerade darin liegt doch die Brisanz des Themas.

Adbuster und Culturejammer wie der Kanadier Kalle Lasn, Gründer der Media Foundation und des Adbuster Magazine, kämpfen weltweit gegen die Dauerbeeinflussung der Konsumgüterindustrie. Und auf konsumpf.de findet sich eine spannende Sammlung an Fotos und Artikeln diverser Anti-Werbeaktionen. Marwitz weist zum Beispiel auf eine nette Adbusting-Aktion hin, „Russenkälte“:

Tipps:

  • Kalle Lasn: Culture Jamming – Das Manifest der Anti-Werbung. Freiburg 2005
  • Buy Nothing Day: Kalle Lasn auf youtube
  • Naomi Klein: No logo! München 2001

erster Eintrag

Heute am 18. November starten wir unseren Blog und freuen uns sehr darüber, dass es los gehen kann.

Hier also der erste Eintrag, ein Hinweis auf die letzte Sendung, die wir fertig gestellt haben: „Kulturelle Störgeräusche. Wer hat das Sagen im öffentlichen Raum?“ – Sendetermin war der 6.November 2013, und wer mag, kann sie online Nachhören;

Sendung online nachhören

Sendung online nachhören

Auf den Seiten des SWR gibt es außerdem eine kurze Einleitung. Die Sendung ist unser erstes QR-Radio-Projekt, weitere werden hoffentlich folgen.

Eine Einstimmung aufs Thema gibt diese Diashow, sie entstand während der Vorbereitung auf das Radiofeature.

markenbewusstsein

„Man kann auch mit Müllabfällen schreien“ – Kurt Schwitters

Und wenn Dir die Sendung gefallen hat, dann freuen wir uns, wenn Du sie weiterverschenkst :-)

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