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Blick hinter die Kulissen

Was hier aktuell passiert…

Da wir hier seit der Verleihung des Goldenen Zaunpfahls nichts mehr geschrieben haben, wollen wir kurz vorstellen, an welchen Projekten wir grade arbeiten. Unfertiges also, ein Blick hinter die Kulissen :)

>> Ganz aktuell, damit können wir jetzt einfach nicht mehr hinterm Berg halten 😊 überlegen wir, eine Art Qualitätssiegel zu erfinden, das analog zu Siegeln für Lebensmittel („Glutenfrei“) oder Textilien („frei von Schadstoffen“) Produkte, z.B. Spielzeug, Bücher, Computerspiele, auszeichnet, die „frei von Rollenklischees“ sind. Aktueller Stand:Siegel #klischeefrei

Wer uns auf Twitter folgt, weiß das schon, denn hier habe ich die unausgegorene Idee gepostet und sofort viel Rückenwind bekommen. Ein ganz herzlicher Dank 😊🎉 geht an dieser Stelle an @mimimibe, 🍰💐der sich sofort an die Gestaltung gemacht hat, von ihm ist dieser Entwurf, der vielleicht gar keiner ist, sondern das fertige Qualitäts-Siegel sein wird. Wir finden es jedenfalls total schick und wollen mehr aus der Idee machen. Mal schauen, wie es damit weitergeht.

Radiosendungen in der Mache…

>>Außerdem haben wir in den letzten Wochen ein Radiofeature vorbereitet, in dem es um Geschlechterrollenbilder vor der Geburt geht. Wir haben nach einer Mutter/ einem Paar gesucht, die das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes wissen möchte und eine, die das vor der Geburt überhaupt nicht interessiert, es auch nicht gesagt bekommen möchte. Dafür habe ich @mayamitKind getroffen und gemeinsam mit ihrer Partnerin ein interessantes Gespräch geführt. Ich habe außerdem mit @zesyra gesprochen über Wünsche und Erwartungen an das Ungeborene, habe eine Gynäkologin interviewt und eine Mutter, die erstmal enttäuscht war, dass ihr zweites Kind nicht wieder ein Mädchen wird. Das Feature wird am 2.Mai im Kulturradio rbb gesendet:

„Was wird es denn?! Schon vor der Geburt eines Kindes greifen die Rollenklischees“

(Link folgt alsbald)

>> Während der Recherche hat uns Lisa vom Blog Stadt-Land-Mama angeschrieben, was wir denn von dem Wunsch hielten, ein Kind nur dann zu bekommen, wenn man sein Geschlecht wünschen dürfte. Hier unsere Antworten auf ihre Fragen.

 

5. Mai im Deutschlandfunk

>> Und ein zweites Feature entsteht grade:

10 Dinge, die an Mädchen nerven – Geschlechterklischees in der YouTube-Szene

Dafür war ich in einer Bonner Realschule und habe Schülerinnen und Schüler einer 9.Klasse interviewt. Ich habe mit Tarik über seine Genderkrise gesprochen und Marie Meimberg interviewt. Wir waren viel auf Youtube unterwegs, um uns all die Kanäle anzuschauen, die Kinder so zwischen 10 und 15 grade „liken“. Dabei habe ich mir angehört, was Jungs angeblich an Mädchen mögen, was sie nie tun sollten, was Mädchen dafür unbedingt wissen müssen, und wie Frauen… Dabei bin ich auf die Gruppe „Girrrl Voice Heroes Duisburg“ gestoßen mit ihrem Video „Wer glaubst du, dass du bist?!“, ein paar der Mädchen habe ich in Duisburg getroffen, auch sie kommen in der Sendung zu Wort. Das Manuskript ist fertig, es hätte noch mehr interessante Stimmen gegeben, Positivbeispiele zwischen all den Klischeebotschaften. Lisa Sophie aka ItsColeslaw zum Beispiel, ihren Kanal habe ich jetzt meinen Kindern ans Herz gelegt, als Alternative zu Bibi & Co … ;)

 

Und noch mehr Radio…

>> Und wer jetzt denkt, die machen ja nur noch rosa-hellblaue Radiosendungen, mag ja vielleicht den Podcast zu unserem Feature für den SWR über den Dichter Lars Ruppel anhören:

 Weckworte für Demenzkranke.

Der Poetry Slammer und Kabarettist Lars Ruppel unterwegs in Pflegeheimen

 

>> Oder unser Feature, das Anfang des Monats beim Deutschlandfunk lief:

 R.E.S.P.E.K.T. 2.0 – Von Wertschätzung in einer globalisierten Welt 

Mehr zu unseren Radiosendungen jenseits der Rosa-Hellblau-Falle veröffentlichen wir auf unserem Radio-Blog: kulturelle-störgeräusche.de, und mehr zu unserem Dasein als Trainerin und Fortbildner posten wir hier: training-bonn.de, gestern zum Beispiel war ich auf dem LiteraturCamp Bonn und habe >hier< zusammengefasst, was ich dort mitnehmen durfte.

Viel Spaß beim Lesen und Hören! :)

 

Einladung Der Goldene Zaunpfahl 2017

Öffentliche Preisverleihung, Pressekonferenz und Gala

3. März 2017, Beginn 18:00 Uhr

HAU1 Hebbel am Ufer, 10963 Berlin, Stresemannstraße 29

Im November 2016 haben Anke Domscheit-Berg, Almut Schnerring und Sascha Verlan ihre Protestaktion gestartet: der goldene Zaunpfahl – Negativpreis für die absurdesten Auswüchse des Gendermarketing. Margarete Stokowski, Nora Gomringer, Daniel Bröckerhoff, Tarik Tesfu, Ferda Ataman, Petra Lucht und Anke Domscheit-Berg haben als Jury aus den vielen Einsendungen den ersten Platz bestimmt, welches Produkt, welche Kampagne, welches Unternehmen den Wink mit dem Goldenen Zaunpfahl am nötigsten hat.

Marzipan für echte Kerle, Gurken für Mädels, Prinzessinnenshampoo in Pink und in Hellblau für Ritter … Tee, Stifte, Textaufgaben, Gummistiefel und Sehtests, alles wird neuerdings in zwei Varianten angeboten. Gendermarketing nennt sich diese Strategie, die uns eine Welt verkaufen möchte, in der Farben, Interessen, Verhaltensweisen und Eigenschaften streng nach

Invitation in english

Geschlecht getrennt werden. Die Unternehmen mimen Unschuld und gemeinsam mit vielen Verbraucherinnen und Journalisten unterschätzen sie den Einfluss von Werbung und Produktdesign auf unser aller Rollenverständnis von richtigen Frauen und echten Männern, von Jungen und Mädchen.

Am 3. März 2017 wird im Rahmen einer Pressekonferenz und Gala zum ersten Mal der Goldene Zaunpfahl verliehen … ob auch die Nominierten zur Preisverleihung erscheinen werden? Die Jury wird ihre Auswahl begründen, die Laudatio sowie ein dialogischer Vortrag zu Gendermarketing, Minimalgruppenforschung und Stereotypbedrohung werden die psychologischen und sozialen Zusammenhänge beleuchten und deutlich machen, wie sehr Unternehmen und EntscheidungsträgerInnen des Marketing die Entwicklung der Gesellschaft mit beeinflussen, dass sie selbst Verantwortung tragen, die sich nicht einfach auf abstrakte Kaufinteressen und ökonomische Mechanismen abwälzen lässt.

suli puschban

Programm:

  • Einlass 17:30 Uhr
  • Beginn 18:00 Uhr
  • Musik:  Suli Puschban („Ich hab die Schnauze voll von Rosa“)
  • Beiträge rund um Gendermarketing, Information zur Wirkung und Forschungslage („Sind doch nur Farben?“)
  • Vorstellung der Nominierten
  • Laudatio
  • Preisverleihung

    yansn

  • Musik: Form und Yansn vom Berliner HipHop-Label Springstoff
  • Zeit für Fragen und Austausch
  • Im Anschluss getogether in der Bar des HAU1

 

Mit freundlicher Unterstützung des HAU Hebbel am Ufer

form

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weitere Informationen:

 

 

HAU Hebbel am Ufer

Rosa-Bann und Hellblau-Falle

Die Feen- und Glitzerwelt eines kleinen Jungen

Radiofeature um 10:05 – 10:30 Uhr

(Link zum Feature in der Mediathek)

Live-Diskussion mit Hörerinnen und Hörern: 19.20 bis 20 Uhr

(Link zum Nachhören)

Puppen und Prinzessinnen, Glitzer und Nagellack, die Sprache der Werbung, Produkt- und Verpackungsdesign vermittelt deutlich, dass all diese Dinge Mädchen vorbehalten sind, für Jungen tabu. Interessiert sich ein kleiner Junge doch dafür, dann erfährt er schiefe Blicke, verletzende Kommentare und Unsicherheit bei Eltern, Erziehern und Lehrerinnen.
Bei der Recherche für unser Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees“ haben wir eine junge Familie kennengelernt und begleitet. Deren fünfjähriger Sohn ist fasziniert von einem Lebensbereich, aus dem er sich zugleich ausgeschlossen fühlt. Wie gehen die Eltern damit um?

 

 

 

Eine Lange Nacht der Geschlechterrollen

Einladung zum Radiohören:

6. Dezember um 0:05 – 3:00 Uhr im Deutschlandradio Kultur

6./7. Dezember im Deutschlandfunk, 23:05 – 2:00 Uhr

und im Anschluss (vorauss. 2 Wochen lang) *hier* als podcast

Jakob spielt am liebsten mit dem Puppenhaus, er mag Haarspängchen und verkleidet sich gern mit Kleidern und Klackerschuhen. Aber nur zuhause, weil er im Kindergarten dafür schon ausgelacht wurde und auch von den Erwachsenen Kommentare kommen, die allenfalls auf den ersten Blick gut gemeint sind. Emma ist Verteidigerin im örtlichen Fußballverein

"Lego Friends" für Mädchen vs. "Lego City" für Jungs = Haare, Minirock + Freundinnen statt Berufe, Action und Abenteuer

„Lego Friends“ für Mädchen vs. „Lego City“ für Jungs = Haare, Minirock + Freundinnen statt Berufe, Action und Abenteuer

und grätscht die wild anstürmenden Jungs schon mal kompromisslos weg. Sie mag gerne weite, gemütliche Hosen in blau und grün. Aber in den Abteilungen für Mädchenkleidung gibt es überwiegend Stretch-Jeans und enge Slim-Schnitte in Pink.

Nagelscheren und Klebestifte, Pflaster und Schnuller, Fahrräder und Sandspielzeug, Smartphones, Bücher und Computerspiele … die gesamte Spiel- und Lebenswelt von Kindern wird heute in zwei Sphären aufgeteilt: für Jungen – für Mädchen, weiblich – männlich, hellblau – rosa. Bloß eine Phase, die sich wieder rauswächst? Wohl kaum, denn mit den Produkten und Spielangeboten werden immer auch Charaktereigenschaften und Interessen weiter gegeben … oder unterbunden. Das hellblaue Shampoo ist „für Siegertypen“, die pastell-rosafarbene Variante ist für Prinzessinnen und hilft, dass es beim Kämmen langer Haare nicht ziept. Der neue Pizzaburger ist für Männer, die keinen Appetit haben sondern Hunger. Und das neue Joghurt ist besonders mild und leicht bekömmlich, macht gar nicht dick und wird natürlich von einer Frau und für Frauen beworben. Jungs entdecken und erobern in ihren Spielen neue Welten, Mädchen spielen soziale Welt mit Haushalt, Kinderbetreuung und Körperpflege. Waren wir da nicht schonmal weiter?

Im aktuellen politischen Diskurs geht es darum, dass sich Väter mehr an der Betreuung, am Leben ihrer Kinder beteiligen mögen (Elternzeit, Familienarbeitszeit), dass sich Mädchen und Frauen mehr in naturwissenschaftlich-technischen Feldern engagieren und in Führungspositionen vorstoßen (MINT, Quote), um geschlechtergerechte Sprache, Alltagssexismus und wie sich die ungleiche Rollen- und Machtverteilung zwischen den Geschlechtern auflösen, zumindest abmildern ließe. In den Kinderzimmern ist davon nichts zu spüren, im Gegenteil. Hier werden Klischees und Rollenbilder weitergegeben, die wir eigentlich für längst überwunden hielten. Wenn Jakob sich liebevoll um seine Puppen kümmert, spielt er dann nicht heute schon, was ihn später einmal ausmachen kann, nämlich ein fürsorgender Erwachsener zu sein als Partner, Vater und als Sohn? Und wenn wir das als gesellschaftliches Ziel erachten, sollten wir ein solches Verhalten dann nicht ebenso unterstützen, wie wir das bei Mädchen tun? Oder ist die Sorge, Jakob könnte homosexuell sein, doch tiefer verwurzelt, als wir uns einzugestehen bereit sind? Sind wir letztlich immernoch überzeugt, dass empathisches Verhalten, Pflege und Betreuung minderwertige Interessen sind im Vergleich zum mathematisch-technischen Forscherdrang, zu BWL und Juristerei?

„Diese ganze Unterscheidung zwischen männlich / weiblich, das ist so ein Quatsch! Wenn man ’s wirklich darauf reduziert: Wer arbeit produktiv mit und wer zerstört mehr, als dass er positiv bewirkt? Wer verbreitet mehr Angst und Schrecken, als dass er an einer Gesellschaftsstruktur positiv mitarbeitet? Wer wirtschaftet in die eigene Tasche, statt mit der Allgemeinheit zu arbeiten? Da müsste die Unterscheidung liegen!“ Waldemar Kobus in: Die Rosa-Hellblau-Falle. Eine Lange Nacht der Geschlechterrollen.

 

Die Rosa-Hellblau-Falle

Eine Lange Nacht der Geschlechterrollen

von Almut Schnerring und Sascha Verlan

 Eine Sendung mit:

 

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Nachtrag:

Zum aktuellen (Ende Oktober) Stand der Produktion gibt’s hier einen kurzen Blogpost.