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Twittergewitter

Vor kurzem habe unbedachtes Ich auf Twitter jemandem geantwortet und nicht auf das Datum seines Ausgangstweets geachtet. Antwort: „du hast Twitter voll verstanden, hm?“ Asche auf mein Haupt, gilt es unter manchen Twitter-Usern ja als verpönt, auf alte Tweets zu reagieren. Schade eigentlich. Denn im rosa-hellblauen Kontext hat so mancher Post einen zweiten Blick verdient. Diese hier zum Beispiel:

[Eine Art Suchspiel zwischen Voll-rein-in-die-#rosahellblaufalle und Yeah-Juhuu-Raus-aus-der-Falle!, dazwischen Ironie. Viel Spaß damit!]

Vielen Dank an all die Twitterer*innen (#SCNR ;) die hier versammelt und verlinkt sind!

 

 

 

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#rausausderfalle

Twittergewitter

Raus aus der Rosa-Hellblau-Falle

Der Austausch über Geschlechterrollenklischees im Alltag von Kindern kann ganz lustig sein, hinterlässt uns aber auch oft sehr ratlos. Zum Beispiel dann, wenn Erwachsene überzeugt sind, Kinder hätten doch die freie Wahl, wir sollten es mal nicht übertreiben mit unserer Arbeit, schließlich gäbe es Wichtigeres… . Twitter ist eine prima Quelle für Kommentare, die diese Haltung, veranschaulichen, und gleichzeitig bekommen wir dort auch sehr viel Rückhalt und Zustimmung von Gleichgesinnten.

So haben wir im letzten Jahr hier auf diesem Blog einige Tweet-Sammlungen veröffentlicht: rosa-hellblaue Twittergewitter. Das letzte liegt einige Monate zurück, höchste Zeit also für ein neues, nur dieses Mal andersherum: Eine optimistische Sammlung in Sachen #rausausderfalle! :) Los geht’s:

 

 


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Wer weiter lesen möchte: Mehr Optimismus sammeln wir auf unsrem Tumblr-Blog

Raus aus der Rosa-Hellblau-Falle

Twitter-Gewitter (4) ganz in rosa

Wer hat Angst vor Rosa – Lila – Pink?

 

Wir wünschen ein schönes, buntes Jahresende

und alles Gute für 2016!

*ja, auch hier sind wieder total uralte Tweets mit dabei. Sie sind aber schön, passen zum Thema und sind inhaltlich (leider) bisher nicht veraltet. Beschwerden diesbezüglich werden jedoch gerne entgegengenommen und für Sie entsorgt ;)

 

 

 

 

   

 

 

 

Immer wieder staunen wir über den Nachdruck, mit dem die Behauptung „Rosa ist eben eine Mädchenfarbe“ in den Raum gestellt wird. Gerne mit wissenschaftlichem Nachweis: „also die Tochter meiner Nachbarin, die mochte von Anfang an Rosa, die konnte noch nicht mal laufen. Also, was soll da anerzogen sein?“ Dieses logische Gerüst hält auch dann stand, wenn ein Junge ganz offensichtlich Rosa mag – dem haben es die Eltern offenbar aufgezwungen, plötzlich ist „anerzogen“ doch eine Option.

 

Hat ein Kind eine rosa Brotdose und mag sie eines Tages nicht mehr, ist klar, dass die Mutter ihm die Farbe aufgedrängt haben muss. Dass er sie sich vielleicht selbst ausgesucht oder von der Schwester übernommen hat – undenkbar! Dass Jungen und Mädchen ganz unabhängig von ihrem Geschlecht die Farbe Rosa mögen oder eine andere bevorzugen könnten – abwegig! Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Mehr als schade!

 

Doch zum Glück geht es auch anders :)

 

Sohn Monets im rosa Kleid auf seinem Pferde-Dreirad, 1872.

Sohn Monets im rosa Kleid auf seinem Pferde-Dreirad, 1872.

 

 

 

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In diesem Sinne wünschen wir allen gutes Gelingen beim Umschiffen der Rosa-Hellblau-Falle. Unser erster Termin im kommenden Jahr ist in Heilbronn, Anfang Februar sind wir in Salzburg und für April planen wir eine (Süd-)Bayern-Tour. Wer uns empfehlen möchte, findet oben im Menupunkt >Fortbildungen/Infoabend< mehr Informationen.

Mit dabei ab jetzt: Das rosa-hellblau-Team, Geschenk von @leanderbela :)

lego

Zu mädchenhaft? Twittergewitter!

Den Freund*innen des Gendermarketing, v.a. wenn sie selbst Kinder haben, sei diese Sammlung gewidmet. Eltern und ErzieherInnen, die davon überzeugt sind, Kinder „neutral“ zu behandeln, nehmen bestimmt auch die eine oder andere Anregung mit ;-)

Sie sei auch jenen gewidmet, die für eine spezielle, „artgerechte Haltung“ von Jungs plädieren (als wären sie Hühner. Anm d. Verf.) und Glaubenssätze nach dem Motto „Boys will be boys“ vertreten, anstatt unser verallgemeinerndes, einengendes Bild vom „echten Mann“ infrage zu stellen.

Die Häufung dürfte deutlich machen, wie oft Kinder als „falsch“ abstempelt werden, wenn sie sich anders entscheiden, als es die Rosa-Hellblau-Falle der Erwachsenenwelt für sie vorgesehen hat.

Als Ergänzung: vor kurzem gab’s *hier* die Sammlung rund um das rosa Ü-Ei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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In diesem Sinne,

 

mit herzlichen Grüßen aus der #RosaHellblauFalle :-)

 

Twittergewitter in rosa-hellblau

      Dieser charmante Kinderspruch mal als Motto vorneweg :-) Und nun folgt hier eine Sammlung von Tweets, die das Thema der Rosa-Hellblau-Falle fett ins Lila treffen. Manche davon und viele mehr findet Ihr auch auf unserem Tumblr-Blog, auf dem wir derlei Kommentare forlaufend sammeln. Hier nun also die Krönung aus der Prinzessinnen und Ritterwelt, mal aus den Tiefen der Falle, und dann wieder ganz klar umschifft:

 (aufgefüllt und erweitert am 8.11.15)

 

 

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Wir sammeln weiter und freuen uns über Eure Tipps und Einreichungen! In Momenten des Nicht-wahr-haben-Wollens in unseren Vorträgen hat schon so mancher Tweet als schlagkräftiges Argument herhalten können. Vielen Dank dafür an die Kinder und ihre Herausgeber*innen ;-) !

 

  So long, in diesem Sinne.

 

Ü-Ei – Twittergewitter

Das Ü-Ei, genauer: das rosa Überraschungsei birgt Diskussionsstoff, wie kaum ein Ding sonst in der Gendermarketingdebatte. Wir dachten ja, der Streit darum hätte sich längst gelegt oder sei überholt von anderen rosa-hellblauen Lebensmitteln, wie Pombären, Senf, Chips oder Hähnchenschnitzel. Es gibt ja inzwischen kein Produkt mehr ohne Einteilung in Rosa und Hellblau – falls doch, wurde garantiert schon darüber nachgedacht, ob nicht auch dort durch Zweiteilung der Umsatz gesteigert werden könnte. Sich mit den Pro und Cons rosageblümter Ü-Eier zu beschäftigen sei „Luxusfeminismus“ der Reichen. Dabei funktioniert das Ü-Ei ja nur als Platzhalter für jede andere Ware, die mit extra Label „für Mädchen“ beworben wird. Das „Mädchen-Ei“ kam 2012 auf den Markt und im Vergleich zu anderen Werbeideen des Gendermarketing erhielt es überdurchschnittlich große Aufmerksamkeit. Und bis heute ist es der Klassiker des Gendermarketing und löst immer wieder Eltern-Kind-Szenen an der Kasse aus. Deshalb lohnt sich so ein Twitter-Sammelpost nach 3 Jahren rosa Ei-Angebot doch.

 

Ferrero selbst argumentierte in seiner Presseerklärung folgendermaßen:

Üeiklein„Erkenntnisse der Markforschung inspirierten Kinder Überraschung dazu. Die besagen, dass sich Mädchen heutzutage nicht mehr in nur eine Schublade stecken lassen. Pink und Ponyhof ist ihnen genau so wichtig, wie Fußball und Frauenpower. Eigene Erhebungen haben diesen Trend bestätigt. Ob Blumen-Ringe oder bunte Armbänder mit Tiermotiven – das Basissortiment des Mädchen-Eies hält genauso klassische „Mädchensachen“ bereit, wie auch aktivierende Spielzeuge zum Werfen, Spielen und Malen, Puzzeln und Basteln. Genau die Vielfalt also, die sich die Mädchen von heute wünschen. Und genau die Bandbreite, die Mädchen mädchengerecht anspricht und deren Individualität fördert.“



Kurz:

Wir haben herausgefunden, dass Mädchen Vielfalt wünschen und sich nicht in eine Schublade stecken lassen. Deshalb bieten wir ihnen Schmuck und Tiermotive und stecken sie in eine Schublade.

winx Ist es nicht trotzdem harmlos? Das „normale“ Ü-Ei ist ja weiterhin für alle da? Rosa Eier beinhalten Blümchenschmuck, dünne Püppchen und kleine Tiere. „Würde ein Junge […] einen solchen Inhalt bekommen, wäre er wahrscheinlich enttäuscht“ erklärt Ferrero Menschen, die sich gegen die Mädchen-Version aussprechen und steckt Jungs somit in die andere Schublade.

„Kann doch jeder selbst entscheiden, wer’s nicht mag, muss es ja nicht kaufen“ – das häufigste Pro-Argument. Wer so denkt, hat vielleicht Kinder nicht im Blick gehabt? Und nicht bedacht, dass sie keine pubertierenden Jugendlichen sind, für die Abgrenzung und Anderssein eine Rolle spielen mag. Kinder wollen dazugehören, sie haben beim Schokoladekauf kein Interesse daran, sich über irgendwelche Grenzen hinwegzusetzen: „Ich gehe in die zweite Klasse, bekomme 1,-€ Taschengeld die Woche und, hey, dafür kaufe ich mir jetzt ein Mädchen-Ei, der Papa wird schon sehn!“ ??
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Das Label „Für Mädchen“ ist also nichts, was ein Kind einfach irgnorieren könnte, dafür sorgen spätestens die umstehenden Erwachsenen. Abgesehen davon ist auch bewusstes Dagegen-Handeln eine Reaktion auf bestehende Regeln, also keine freie Entscheidung. Deshalb sprechen zwei wesentliche Gründe gegen das „für Mädchen“-Label: ein rosa Etikett schließt 1. Jungs aus (Antje Schrupp hat dazu schon ausführlicher geschrieben) und 2. weist es Mädchen Themenbereiche zu (Schönheit, Mode, kleine Tiere…), die immer wieder klischeehaft als Mädcheninteressen reproduziert werden. Auch auf Twitter zeigt sich, dass das Ei polarisiert. Die einen finden’s prima zu wissen, dass die Chancen auf eine Ponyfigur damit größer sind – nicht mehr, nicht weniger. Doch manche werden aggressiv, wagt jemand, das Maketingkonzept infrage zu stellen:

Über Logos, Etiketten und Labels, über Zugehörigkeit und Fremdgruppenhomogenitätseffekt werden ganze Bücher geschrieben, über die (unterbewusste) Wirkung von Werbung auf unser Handeln und Denken, über Zuschreibungen, Klischees und Vorurteile… Toll, wieviele Themen in so einem kleinen Ei stecken ;) Und dann wieder sind 140 Zeichen doch ausreichend, um zu zeigen: Das rosa Ü-Ei (als Vertreter des Gendermarketing insgesamt) ist blöd. Es steckt Kinder in Schubladen und schränkt sie ein. Übertrieben? Verfolgungswahn? Liest sich nicht so:

 

 

Bild-Quelle

Fazit aus all diesen Einkaufsszenen: Mädchen können in aller Regel beide Varianten kaufen, Eltern kommen damit klar, Kinder auch. Aber Jungs dürfen nur selten ein rosa Mädchen-Ei kaufen, weil sich sehr viele Eltern vom rosa Label in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen und die Einschränkung an ihre Kinder weitergeben. Botschaft für viele Kinder: „Wenn du das magst, bist du irgenwie falsch.“ Etwas wortreicher und emotionaler erklärt das coldmirror in ihrem Video mit Kissen :)


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Schreibt uns Eure Meinung zum und Erlebnisse mit Gendermarketing, wie geht Ihr mit dem rosa-hellblauen Angebot um, v.a. im Alltag mit Kindern?

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