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Wir und die anderen.

Gendermarketing ist das rosa-hellblaue Ungetüm, über dessen Einfluss und Überfluss sich viele einigen können. Wohl deshalb werden wir besonders zu diesem Thema häufiger befragt als zu anderen Phänomenen, die wir mit der Rosa-Hellblau-Falle ins Bewusstsein rufen wollen. Aus unserer Sicht sind ja die alltäglichen Kommentare Erwachsener genauso, wenn nicht präsenter im Alltag und deshalb einschränkender für Kinder. Aber da geht es nicht ums Geld. Da sind auch nicht die anderen schuld. Da geht es darum, sich selbst an die Nase zu fassen. Unangenehm. Wer mag das schon. Verkauft sich deshalb auch nicht so gut als Zeitungsartikel. Wir versuchen es trotzdem immer wieder anzusprechen, denn die meisten gehen davon aus, ihre Kinder „neutral“ zu behandeln, tun es aber nicht, wir auch nicht, weil das gar nicht möglich ist.

Chips aus Italien. Rosa-Hellblaues-Urlaubs-Mitbringsel.

Gendermarketing – die Beispiele haben sich weiter gestapelt in den letzten Wochen, während wir Urlaub gemacht haben. Wir kommen kaum hinterher, sie zu sammeln. Wir sind sie, ehrlich gesagt, längst leid. Immer dieselbe Botschaft: Jungs sind cool, Mädchen hübsch. Langweilt das nicht, wenn man im Marketingbereich arbeitet? Gibt es keine neuen Ideen, Produkte an Kinder zu verkaufen? Wo es doch schon beim Einkaufen nur noch Gähnen und Weitergehen auslöst. Bei mir zumindest. Verena Hasel hat mich für ihren Artikel „Rosa und hellblau.“ in der ZEIT interviewt, und sie listet die vielen Produkte der letzten Monate auf, Zeile um Zeile ein rosa-hellblaues Grauen. Eigentlich veranschaulicht die lange Liste, dass hier etwas schief läuft, sollte man meinen. Also besser nicht die Kommentare lesen, denn nicht alle wollen wahrhaben, dass Werbung unsere Entscheidungen beeinflusst: „Jungs wollen Autos und Mädchen alles in pink. Und das ganz von selbst.“ Ach! Soso! Willkommen in der Rosa-Hellblau-Falle :-)

In einem Pro-Contra-Artikel „Sexistische Werbung verbieten?“ der Zeitschrift ‚Publik Forum‘ argumentiere ich für die Pro-Seite, aber Katja Suding, FDP, meint tatsächlich  „Mein Weltbild sieht den mündigen Menschen vor. Und der ist selbst in der Lage, unangemessene Werbung zu bestrafen, indem er das beworbene Produkt nicht kauft. Als Kundin und als selbstbewusste Frau entscheide ich, ob ich das Frauenbild, das Unternehmen mit ihrer Werbung zeichnen, unterstütze oder ablehne.“ Herrlich naiv, finde ich! Was schert sie der Milliardenumsatz der Werbeindustrie, die Forschung der Werbepsychologie, wie Botschaften aussehen müssen, damit sie unser Unterbewusstsein erreichen, zum Teufel mit all dem Wissen der Minimalgruppenforschung, Studien zum Stereotype Threat? Pfff, mal eben in die Tonne gekloppt, denn mit „mündiger Bürger“, mit „Freiheit“ und Nicht-reinreden-lassen erreicht man mehr potentielle Wähler. Das ärgert mich, wenn eine Politikerin auf diesem Weg Stimmung für sich macht. Deshalb schreiben wir genau darüber einen ausführlicheren Artikel für die „Blätter für deutsche und internationale Politik“ (Link folgt) Und auch sonst ist in den nächsten Wochen viel los:

Die Ferien sind vorbei, Schulbeginn in NRW und mit unserer Jüngsten haben wir jetzt alle drei Kinder in der weiterführenden Schule :) Der rosa Schulranzen hat also demnächst ausgedient, wir erreichen das blau-türkis Alter und die Haare müssen laaaang sein (Alles selbst entschieden, loggisch! ;)

Sascha gibt ein rosa-hellblaues Interview für das hr1 Morgenmagazin. Am 3. September sind wir in Kochel am See und geben ein Seminar „MINT-Berufe. Kein Platz für Frauen?“ gemeinsam mit Sylvia Kegel vom Deutschen Ingenieurinnenbund.

Wir sind auf Interviewtour für unsere nächsten, eigenen Radiosendungen, die vorerst gar nichts mit Rosa-Hellblau zu tun haben, denn bei der ständigen Präsenz des Themas, sind wir sehr dankbar, dass wir auch andere Felder beackern dürfen (Wen’s interessiert, hier steht mehr über unsere Radiothemen). Und ich freue mich auf viele Seminare rund um das Themengebiet ‚Kommunikation‘: Vorlesen, Präsentieren und Sprechen am Mikrofon zum Beispiel. Und so werden wir auch beim zündfunk-Netzkongress im Oktober nicht über Rosa-Hellblau sprechen (ok, ein bisschen vielleicht), obwohl das Thema „Mind the Gap“, „Schließt die Lücken!“ ja wie die Faust aufs Auge… violett… Nein, wir haben uns anders entschieden.

Macht aber nichts, denn davor und danach sind wir in Hamburg und in Pforzheim und in Schwäbisch Hall mit Workshops und Lesungen in Sachen Rosa-Hellblau unterwegs, vielleicht auch in Aachen und anderswo. Es verlässt uns also keineswegs das Glitzerkichern und das Monstergrollen und wir freuen uns über Anfragen und Austausch dazu.

Viele Grüße aus der Rosa-Hellblau-Falle

von Almut

 

P.S.

Wenn Ihr Beispiele habt aus Eurem rosa-hellblauen Alltag, Szenen, Momente, Kommentare, dann teilt sie mit uns. Hier in unsere Sammlung könnt Ihr sie eintragen: >submit<

Kinderabteilung. Mailand. Urlaubsfalle :)

Kinderabteilung. Mailand. Urlaubsfallen.

rosa-hellblauer Alltag, Links und Termine

Da wir grade mehr Radio machen und Workshops geben, bleibt das Bloggen etwas auf der Strecke. Wer uns hier begleitet und neue Einträge vermisst, mag vielleicht in der Zwischenzeit diesen Links folgen und uns an anderer Stelle lesen bzw. hören:

www.equalcareday.de

www.equalcareday.de

Rund um den Equal Care Day (equalcareday.de) haben wir viele Interviews geführt, am 29.2. waren wir unter anderem beim WDR und danach im Hörfunkstudio für ein Gespräch mit dem Saarländischen Rundfunk. Es ging um die Frage, warum wir mehrheitlich immer noch davon ausgehen, Fürsorge und Empathie sei Frauen in die Wiege gelegt. Und selbst wenn viele anderer Meinung sind, so reichen wir dieses Klischee trotzdem an die nächste Generation weiter. –> podcast-link der SR-Sendung vom 29.2.2016

radiofrei

Am 4. April lief im Deutschlandradio Kultur ein Beitrag von Maike Strietholt „Kita-Werkbank für Mädchen? – Störenfriede gegen Rollenklischees“ in der Reihe ‚Zeitfragen‘, für den sie uns interviewt und unsere Antworten in einen 6-Minuten-Beitrag zusammengefasst hat. Uns gefällt er gut, denn damit ist wirklich in aller Kürze erklärt, was uns an der rosa-hellblauen Zweiteilung der Kinderwelt so stört und welche Folgen sie hat:

 

Rosa-Bann und Hellblau-Falle

Der rbb sendet am 5.April um 19 Uhr unser Feature über einen Jungen, der Nagellack und Prinzessinnenkostüme mag und noch so manches, das seine Umwelt „Mädchenzeug“ nennt. Seine

Eltern wehren sich gegen die geschlechtliche Zuschreibung von Interessen und wollen ihm Wahlfreiheit lassen, was im Alltag richtig schwierig ist.

Übrigens: Der Untertitel des rbb „Ein Junge hat Mädchenträume“ ist das Gegenteil dessen, was die Sendung, was wir mit all unserem Schreiben und Vortragen vermitteln wollen. Ein Junge KANN keine Mädchenträume haben (was auch immer das sein soll), sie sind, ganz einfach weil ER sie träumt per se Jungenträume. Es stattdessen am Inhalt festzumachen, ist genau die Art Zuschreibung, die ihm den Alltag so schwer und Kindern individuelles Entscheiden schier unmöglich macht.

 

Krimis

Nach einer langen Krimipause ohne Wallanders, Brunettis und wie sie alle heißen, habe ich auf Twitter eine Anfrage gepostet, mir doch Lesetipps zu schicken, allerdings mit einem konkreten Wunsch:

Die vielen Tipps, die ich dazu bekomme habe, sind bestimmt auch für andere interessant, voilà und klick: Bildschirmfoto 2016-04-04 um 19.07.32

Forbildungen

  • Und ich habe zugesagt, beim Herbsttreffen der Medienfrauen im November einen Workshop anzubieten. Die Einladung freut mich sehr, da ich die Veranstaltung auch aus Teilnehmerinnensicht spannend finde. Schade nur, dass ich am Samstag nicht gleichzeitig an einem der vielen anderen Angebote dort teilnehmen kann.

Presse

  • Vor kurzem hat mich Sarah Wiedenhöft von eltern.de interviewt, ich bin schon gespannt, was sie aus meinen vielen, langen Antworten zusammengebaut hat.
  • Und im nächsten Mum Magazin, das Mitte Mai erscheinen wird, gibt’s eine Pro-Contra Kolumne mit mir und Andrea Seifert (von meworkingmom.com) zur Frage „Alles Rosa oder Hellblau – Soll man Kinder geschlechtsspezifisch kleiden?“. Ihr könnt Euch denken, welche Seite ich dabei vertrete :-)

 

Alltag und so…

Wenn wir „Die Schnauze voll von Rosa“ haben, befassen wir uns mit anderen Themen: HipHop und Rap oder recherchieren für ein Radiofeature über falsche Erinnerungen >> zu unsrem Radio- und HipHop-Blog, und genauso wichtig: Präsentationtrainings oder Workshops zum Thema Stimme, Aussprache, Vorlesen >> TRAININGS

Natürlich begleitet uns die Rosa-Hellblau-Falle trotzdem. Unsere Älteste legte mir heute Mittag ihre Französischarbeit zum Unterschreiben hin und Zack:


Viele Grüße aus der Rosa-Hellblau-Falle