Veranstaltungsangebot


–> aktueller Terminkalender in Sachen Rosa-Hellblau

„Die Rosa-Hellblau-Falle“

Vortrag oder Workshop für alle Zielgruppen

Almut Schnerring & Sascha Verlan

SalatfuerPapaIn der Welt der Erwachsenen und im Beruf kämpfen wir gegen ungleiche Bezahlung und gläserne Decke, gegen Care Gap und Alltagssexismus, für eine geschlechtergerechte Gesellschaft. Aber wie nachhaltig können diese Entwicklungen sein, wenn wir sie nicht hineintragen in die Kinderzimmer? In der Spielwarenwelt werden Mädchen zunehmend auf Schönheit und Care-Arbeit reduziert, Lebensbereiche, aus denen Jungen ausgeschlossen werden: Puppenspiel und rosa Ü-Ei sind für sie tabu. Gendermarketing-FreundInnen schicken sie lieber in die Roboter-, Technik- und Actionwelten, denn „so sind sie eben“. Tatsächlich? Fakt ist: Söhne bekommen im Durchschnitt mehr Taschengeld und Töchter müssen bis heute mehr im Haushalt helfen als ihre Brüder. Trotzdem sind Eltern und ErzieherInnen mehrheitlich davon überzeugt, Kinder „neutral“ zu erziehen.

Geht das überhaupt? Kann das denn ein erstrebenswertes Ziel sein?

Zielgruppe:

Angesprochen sind nicht nur (Groß-)Eltern und pädagogische Fachkräfte, sondern Menschen aller Berufsgruppen. Wer über den Einkauf von Produkten entscheidet, sie ausstellt oder bewirbt, wer Texte schreibt, Bilder auswählt, Zielgruppen einteilt, in Teams arbeitet ist immer mit den eigenen, gelernten Zuschreibungen konfrontiert. Und oft ordnen wir Eigenschaften unbewusst aufgrund alter Rollenmustern zu, obwohl wir in der Diskussion darum überzeugt sind, längst weiter zu sein. Gemeinsam diskutieren wir Beispiele aus dem Alltag (Von Bildern, Plakaten und Werbespots, über Bücher, Filme und Spielzeug, zu alltäglichen Dialogen und Momenten im Austausch mit anderen) und finden heraus, in welcher Form Rollenklischees (unbewusst) weitergegeben werden und wie stattdessen eine Angebot aussehen könnte, das Erwachsenen wie Kindern die Wahlfreiheit lässt.

Rahmen:

  • als Vortrag- und Gesprächsabend von ca. 2 Stunden
  • oder als 1- bis 3-tägige Fortbildung

Aus dem Inhalt:

  • Einblick in den Stand der sogenannten „Geschlechterdebatte“
  • Gibt es (noch) Geschlechtstypisches – und was davon ist sozialisiert?
  • Welche Modelle und Vorbilder haben Einfluss auf die Entwicklung von Geschlechtsrollen?
  • Selbstreflexion über eigene, unbewusste Zuschreibungen.
  • Ideen, wie im Alltag mehr Wahlfreiheit für alle entstehen kann

Innerhalb einer BBC-Dokumentation zeigt ein Experiment (‚Do you stereotype children‚), wie sehr Erwachsene das Spiel von Kindern unbewusst beeinflussen, und wie sehr Jungen und Mädchen mit unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert werden. Unsere Vorträge und Workshops müssen zwar ohne Spielzeugteppich und Kleinkinder auskommen, aber mit vielen Beispielen, Bildern und Studien kommen wir in der gemeinsamen Diskussion zum selben Ergebnis und tauschen uns aus über Wege aus der Falle. Denn die greift nicht nur bei Spielzeug und im direkten Umgang mit Kindern, sondern reicht in alle Bereiche des Alltags.
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

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Angebot für pädagogische Fachkräfte

„Nicht 2 sondern 1000 Möglichkeiten“

Erzieher, Pädagoginnen, Fachkräfte in Kindertagesstätten, Familienzentren und Schulen sind ständig herausgefordert, die Lebenslagen von Mädchen und Jungen geschlechtssensibel zu berücksichtigen. Rollenbilder, geschlechterbezogene Erwartungen und Vorgaben anderer infrage zu stellen und mit Kindern zu thematisieren, ist zudem in den Bildungs- und Lehrplänen der Bundesländer festgeschrieben.

Was wir selbst mit männlichem Verhalten und weiblichen Interessen verbinden, wird vor allem dann deutlich, wenn Kinder sich entgegen den Erwartungen verhalten, wenn wir selbst oder andere sie als „untypisch“ erleben. Doch gleichzeitig gehört es für Kinder zur Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität dazu, Vorbilder nachzuahmen und auch ins Extreme zu Schultüten-rosahellblausteigern, deshalb verhalten sich viele Mädchen und Jungen gerade im Vorschulalter besonders stereotyp.

  • Jungen zeigen sich im Schnitt aggressiver, bildungsferner und sozial auffälliger
  • Mädchen zeigen sich in der Regel bildungsnäher, lernfähiger und trotzdem mit weniger Selbstbewusstsein.

Das rosa-hellblaue Angebot der Spielwarenindustrie erweckt zunehmend den Eindruck, Jungen und Mädchen lebten in grundsätzlich unterschiedlichen Welten. Rosa Überraschungseier und Monstertee, Prinzessinnen-Shampoo und Astronautenbettwäsche suggerieren, dass Jungen und Mädchen ganz unterschiedliche Interessen haben und von Geburt an andere Fähigkeiten mitbringen. Ist das so oder übernehmen sie, was die Erwachsenenwelt ihnen anbietet und vorlebt?

> Was lernen Jungen in Kita und Schule, dass sie im Beruf mehr Erfolg haben können, trotz schlechterer Schulleistungen?

> Und was lernen Mädchen, das es ihnen erschwert, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im späteren Berufsleben um- und durchzusetzen?

Was also brauchen Jungen, die sich schwer an Gruppenregeln halten können, wie können Mädchen ermutigt werden, sich besser durchzusetzen? Welches Angebot ist hilfreich, welche Zusammenhänge gibt es zwischen frühen Interessen und späterer Berufswahl? Welche pädagogischen Projekte bieten sich an, um geschlechtsspezifische Einschränkungen auszugleichen und Jungen und Mädchen individuell nach Bildungsplan zu fördern.

Was Sie mitnehmen können (je nach Schwerpunkt und Dauer der Fortbildung):

  • Hintergrundwissen zur Entwicklung der Geschlechtsidentität, Stand der Forschung
  • Empfehlungen und Austausch über (Schul-)Bücher, Arbeits- und Spielmaterialien, Raumgestaltung
  • Austausch und Reflexion eigener Lehr- / Erziehungspraxis
  • Projekte mit Kindern, die Bildungsbereiche / Schulfächer und ihre Zuordnungen im Blick: Sprachen und Mathe, Lesen Lernen, Mathematik und Technik…
  • Informationen zum geschlechtersensiblen Sprechen
  • Eine neue Perspektive auf geschlechtliche Zuschreibungen
  • Ideen, wie im Alltag, in Gesprächen und Entscheidungen für andere mehr Wahlfreiheit entsteht.
  • Hilfen für die Elternarbeit und für geschlechtersensibles Arbeiten im Team
  • Innerhalb einer Doku der BBC zeigt ein Experiment (‚Do you stereotype children‚), wie sehr Erwachsene das Spiel von Kindern unbewusst beeinflussen, dass Jungen und Mädchen mit unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert werden. Unsere Vorträge und Workshops müssen zwar ohne Spielzeugteppich und Kleinkinder auskommen, aber mit vielen Beispielen, Bildern und Studien kommen wir in der gemeinsamen Diskussion zum selben Ergebnis und tauschen uns aus über Wege aus der Falle. Denn die greift ja nicht nur bei Spielzeug, sondern reicht in alle Bereiche des Alltags.Wir freuen uns auf Ihre Anfrage .

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Die Rosa-Hellblau-Falle steht schon vor der Geburt bereit

Fortbildung / Workshop für Hebammen

Für die Mehrheit der bis ca. 30-Jährigen bleiben Fragen zur Gleichstellung abstrakt, nur die wenigsten haben Situationen erlebt, in denen sie eine Gleichbehandlung durchsetzen mussten. Wenn es unfaire Entscheidungen gab, dann hatten die andere Ursachen, am Geschlecht lag es aus ihrer Sicht nicht. Doch sobald ein Kind kommt, fallen auffallend viele Paare in alte Rollenmuster zurück und geben diese dann auch an ihre Kinder weiter.dramaqueenbadboy-schnuller-frei

Hebammen sind genau zu diesem Wendepunkt wichtige Ansprechpartnerinnen. Sie haben die Chance, bei ihrem Austausch mit werdenden Eltern über geschlechtergerechte Erziehung zu informieren, sie auf die Rosa-Hellblau-Fallen im Alltag mit Kindern aufmerksam zu machen. Das ist wichtig und notwendig, will doch die Mehrheit der Eltern ihre Kinder gleichwertig behandeln, unabhängig vom Geschlecht. Aber geschlechtersensible Erziehung stellt sich nicht von selbst ein, weil die Prägungen viel zu tief in uns verankert sind, weil die Zuschreibungen und Unterscheidungen unbewusst passieren, oft ohne dass wir das wollen. Wenn sich Kinder dann vermeintlich geschlechtstypisch entwickeln, finden viele Eltern biologistische Begründungen dafür, übersehen aber, dass sie selbst ganz unterschiedliche Erwartungen an einen Sohn bzw. eine Tochter haben und diese ihren Kindern weiterreichen. Wenn Hebammen ihr eigenes Handeln nicht reflektieren, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch sie im Kontakt mit Eltern und Kindern veraltete Rollenklischees reproduzieren, von denen sie glauben, sie längst überwunden zu haben. Eltern reichen sie dann wiederum an ihr Kind weiter – und das beginnt schon vor der Geburt.

Rosa-Hellblau-Falle im Alltag von Hebammen

Die meisten Erwachsenen ändern ihr Verhalten, sobald sie das Geschlecht eines Ungeborenen kennen. So sprechen viele zu einem Mädchen in höherer, sanfter Stimmlage, mit Jungen tiefer. Auch Bewegungen werden klischeehaft interpretiert: ein Junge wird als kräftig wahrgenommen, ein Mädchen als unruhig (bei objektiv gleicher Aktivität). Einen Säugling schätzen Erwachsene, die meinen, sie hätten es mit einem Jungen zu tun, schwerer und größer ein, als wenn sie dasselbe Kind sehen, und davon ausgehen, es handle sich um ein Mädchen. In derselben Studie sagten Erwachsene, das Kind sei wohl ärgerlich, wenn sie es für einen Jungen hielten, bei einem vermeintlichen Mädchen, nahmen sie das Weinen als ängstlich wahr. (Sog. „Baby-X„-Studien)

Es ist uns ein Anliegen, Hebammen für das Thema der „Rosa-Hellblau-Falle“ zu gewinnen, sie über die Hintergründe zu informieren, damit sie ihr Wissen an werdende Eltern weiterreichen können. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns gerne an oder schicken Sie eine Email an mail(at)training-bonn.de

Wir bieten:

  • einen Workshop von 3 Stunden
  • eine 1-tägige Fortbildung
  • oder einen Vortrag- und Gesprächsabend von ca. 2 Stunden

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Mehr Hintergründe zum Thema finden sich in unserem Buch

Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees“. Schnerring / Verlan.

Verlag Antje Kunstmann, München 2014.

Kontakt: Die Wort & Klang Küche

☎ 0228 – 71012000,   Email: info(at)wort-und-klang.de

–> weitere Fortbildungsthemen
RosaHellblau-Würzburg-Femfest

FemFest Würzburg 2015, (Foto: Julian Küspert )

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