Veranstaltungsangebot


–> aktueller Terminkalender in Sachen Rosa-Hellblau
–> Angebot für  ErzieherInnen,  –> für Hebammen

Nicht zwei, sondern tausend Möglichkeiten

1- bis 2-tägige Fortbildung bzw. Vortragsveranstaltung mit Diskussion

Almut Schnerring & Sascha Verlan

SalatfuerPapaIn der Welt der Erwachsenen und im Beruf kämpfen wir gegen ungleiche Bezahlung und gläserne Decke, gegen Care Gap und Alltagssexismus, für eine geschlechtergerechte Gesellschaft. Aber wie nachhaltig können diese Entwicklungen sein, wenn wir sie nicht hineintragen in die Kinderzimmer? In der Spielwarenwelt werden Mädchen zunehmend auf Schönheit und Care-Arbeit reduziert, Lebensbereiche, aus denen Jungen ausgeschlossen werden: Puppenspiel und rosa Ü-Ei sind für sie tabu. Gendermarketing-FreundInnen schicken sie lieber in die Roboter-, Technik- und Actionwelten, denn „so sind sie eben“. Tatsächlich? Fakt ist: Söhne bekommen im Durchschnitt mehr Taschengeld und Töchter müssen auch in 2015 mehr im Haushalt helfen als ihre Brüder. Trotzdem sind Eltern und ErzieherInnen mehrheitlich davon überzeugt, Kinder „neutral“ zu erziehen.

Geht das überhaupt? Kann das denn ein erstrebenswertes Ziel sein?

Zielgruppe:

Angesprochen sind nicht nur Eltern / Großeltern und PädagogInnen, sondern alle, die mit Kindern zu tun haben – auch indirekt. Wer über den Einkauf von Produkten entscheidet, sie ausstellt oder bewirbt, wer Texte schreibt, Bilder auswählt, Zielgruppen einteilt, ist immer mit den eigenen, gelernten Zuschreibungen konfrontiert. Und oft ordnen wir Eigenschaften unbewusst aufgrund alter Rollenmustern zu, obwohl wir in der Diskussion darum überzeugt sind, längst weiter zu sein. Im Seminar diskutieren wir viele Beispiele aus dem Alltag und finden heraus, in welchen Momenten Rollenklischees weitergegeben werden.

Rahmen:

  • als 1-tägige Fortbildung
  • oder als Vortrag- und Gesprächsabend von ca. 2 Stunden

Was Sie mitnehmen:

  • Hintergrundwissen über die Zusammenhänge von Ungleichstellung in der Erwachsenenwelt und ihren Anfängen in der Kinderwelt.
  • Bewusstsein über Vorurteile, die wir ablehnen, sobald sie uns selbst betreffen. Stereotype, von denen wir dachten, sie wären längst überholt.
  • Einen anderen Blick auf Zuschreibungen aufgrund des Geschlechts.
  • Selbstreflexion über eigene, unbewusste Zuschreibungen.
  • Ideen, wie im Alltag, in Gesprächen und Entscheidungen für andere mehr Wahlfreiheit entsteht.

Innerhalb einer Doku der BBC zeigt ein Experiment (‚Do you stereotype children‚), wie sehr Erwachsene das Spiel von Kindern unbewusst beeinflussen, dass Jungen und Mädchen mit unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert werden. Unsere Vorträge und Workshops müssen zwar ohne Spielzeugteppich und Kleinkinder auskommen, aber mit vielen Beispielen, Bildern und Studien kommen wir in der gemeinsamen Diskussion zum selben Ergebnis und tauschen uns aus über Wege aus der Falle. Denn die greift ja nicht nur bei Spielzeug, sondern reicht in alle Bereiche des Alltags.
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

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Glitzer-Prinzessin und Monster-Fighter

Fortbildung für Fachkräfte in Kitas

Eltern, Pädagog*innen, Fachkräfte in Kindertagesstätten und Familienzentren sind ständig herausgefordert, die Lebenslagen von Mädchen und Jungen geschlechtssensibel zu berücksichtigen. Rollenbilder, geschlechterbezogene Erwartungen und Vorgaben anderer infrage zu stellen und mit Kindern zu thematisieren ist zudem als Bildungs- und Erziehungsziel in den Bildungsplänen der Bundesländer festgeschrieben.

Was wir selbst mit männlichem Verhalten und weiblichen Interessen verbinden, wird vor allem dann deutlich, wenn Kinder sich entgegen den Erwartungen verhalten, wenn wir selbst oder andere sie als „untypisch“ erleben. Doch gleichzeitig gehört es für Kinder zur Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität dazu, Vorbilder nachzuahmen und auch ins Extreme zu Schultüten-rosahellblausteigern, deshalb verhalten sich viele Mädchen und Jungen gerade im Vorschulalter besonders stereotyp. Und das rosa-hellblaue Angebot der Spielwarenindustrie erweckt zunehmend den Eindruck, Jungen und Mädchen lebten in zwei grundsätzlich unterschiedlichen Welten. Rosa Überraschungseier und Monstertee, Prinzessinnen-Shampoo und Astronautenbettwäsche suggerieren, dass Jungen und Mädchen ganz unterschiedliche Interessen haben und von Geburt an andere Fähigkeiten mitbringen. Ist das so oder übernehmen sie, was die Erwachsenenwelt ihnen anbietet und vorlebt?

Was also brauchen Jungen, die sich schwer an Gruppenregeln halten können, wie können Mädchen ermutigt werden, sich besser durchzusetzen? Welches Angebot ist hilfreich, welche pädagogischen Projekte bieten sich an, um geschlechtsspezifische Einschränkungen auszugleichen und Jungen und Mädchen individuell nach Bildungsplan zu fördern.

Was Sie mitnehmen können (je nach Schwerpunkt und Dauer der Fortbildung):

  • Hintergrundwissen zur Entwicklung der Geschlechtsidentität, Stand der Forschung
  • Empfehlungen und Austausch über Bücher, Spielmaterialien, Raumgestaltung
  • Austausch und Reflexion eigener Erziehungspraxis
  • Projekte mit Kindern, die Bildungsbereiche im Blick: Natur, Musik und Mathematik
  • Informationen zum geschlechtersensiblen Sprechen
  • Einen anderen Blick auf Zuschreibungen aufgrund des Geschlechts
  • Selbstreflexion über eigene, unbewusste Zuschreibungen
  • Ideen, wie im Alltag, in Gesprächen und Entscheidungen für andere mehr Wahlfreiheit entsteht.
  • Hilfen für die Elternarbeit und für geschlechtersensibles Arbeiten im Team
  • Innerhalb einer Doku der BBC zeigt ein Experiment (‚Do you stereotype children‚), wie sehr Erwachsene das Spiel von Kindern unbewusst beeinflussen, dass Jungen und Mädchen mit unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert werden. Unsere Vorträge und Workshops müssen zwar ohne Spielzeugteppich und Kleinkinder auskommen, aber mit vielen Beispielen, Bildern und Studien kommen wir in der gemeinsamen Diskussion zum selben Ergebnis und tauschen uns aus über Wege aus der Falle. Denn die greift ja nicht nur bei Spielzeug, sondern reicht in alle Bereiche des Alltags.Wir freuen uns auf Ihre Anfrage .

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Die Rosa-Hellblau-Falle steht schon vor der Geburt bereit

Fortbildung / Workshop für Hebammen

Für die Mehrheit der bis ca. 30-jährigen bleiben Fragen zur Gleichstellung abstrakt, nur die wenigsten haben Situationen erlebt, in denen sie eine Gleichbehandlung durchsetzen mussten. Wenn es unfaire Entscheidungen gab, dann hatten die andere Ursachen, am Geschlecht lag es aus ihrer Sicht nicht. Doch sobald ein Kind kommt, fallen auffallend viele Paare in alte Rollenmuster zurück und geben diese dann auch an ihre Kinder weiter.dramaqueenbadboy-schnuller-frei

Hebammen sind genau zu diesem Wendepunkt wichtige Ansprechpartnerinnen. Sie haben die Chance, bei ihrem Austausch mit werdenden Eltern über geschlechtergerechte Erziehung zu informieren, sie auf die Rosa-Hellblau-Fallen im Alltag mit Kindern aufmerksam zu machen. Das ist wichtig und notwendig, will doch die Mehrheit der Eltern ihre Kinder gleichwertig behandeln, unabhängig vom Geschlecht. Aber geschlechtersensible Erziehung stellt sich nicht von selbst ein, weil die Prägungen viel zu tief in uns verankert sind, weil die Zuschreibungen und Unterscheidungen unbewusst passieren, oft ohne dass wir das wollen. Wenn sich Kinder dann vermeintlich geschlechtstypisch entwickeln, finden viele Eltern biologistische Begründungen dafür, übersehen aber, dass sie selbst ganz unterschiedliche Erwartungen an einen Sohn bzw. eine Tochter haben und diese ihren Kindern weiterreichen. Wenn Hebammen ihr eigenes Handeln nicht reflektieren, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch sie im Kontakt mit Eltern und Kindern veraltete Rollenklischees reproduzieren, von denen sie glauben, sie längst überwunden zu haben. Eltern reichen sie dann wiederum an ihr Kind weiter – und das beginnt schon vor der Geburt.

Rosa-Hellblau-Falle im Alltag von Hebammen

Die meisten Erwachsenen ändern ihr Verhalten, sobald sie das Geschlecht eines Ungeborenen kennen. So sprechen viele zu einem Mädchen in höherer, sanfter Stimmlage, mit Jungen tiefer. Auch Bewegungen werden klischeehaft interpretiert: ein Junge wird als kräftig wahrgenommen, ein Mädchen als unruhig (bei objektiv gleicher Aktivität). Einen Säugling schätzen Erwachsene, die meinen, sie hätten es mit einem Jungen zu tun, schwerer und größer ein, als wenn sie dasselbe Kind sehen, und davon ausgehen, es handle sich um ein Mädchen. In derselben Studie sagten Erwachsene, das Kind sei wohl ärgerlich, wenn sie es für einen Jungen hielten, bei einem vermeintlichen Mädchen, nahmen sie das Weinen als ängstlich wahr. (Sog. „Baby-X“-Studien)

Es ist uns ein Anliegen, Hebammen für das Thema der „Rosa-Hellblau-Falle“ zu gewinnen, sie über die Hintergründe zu informieren, damit sie ihr Wissen an werdende Eltern weiterreichen können. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns gerne an oder schicken Sie eine Email an mail(at)training-bonn.de

Wir bieten:

  • einen Workshop von 3 Stunden
  • eine 1-tägige Fortbildung
  • oder einen Vortrag- und Gesprächsabend von ca. 2 Stunden

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Mehr Hintergründe zum Thema finden sich in unserem Buch

Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees“. Schnerring / Verlan.

Verlag Antje Kunstmann, München 2014.

Kontakt: Die Wort & Klang Küche

☎ 0228 – 71012000,   Email: info(at)wort-und-klang.de

–> weitere Fortbildungsthemen
RosaHellblau-Würzburg-Femfest

FemFest Würzburg 2015, (Foto: Julian Küspert )

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