Tag Archives: Einladung

Einladung Der Goldene Zaunpfahl 2017

Öffentliche Preisverleihung, Pressekonferenz und Gala

3. März 2017, Beginn 18:00 Uhr

HAU1 Hebbel am Ufer, 10963 Berlin, Stresemannstraße 29

Im November 2016 haben Anke Domscheit-Berg, Almut Schnerring und Sascha Verlan ihre Protestaktion gestartet: der goldene Zaunpfahl – Negativpreis für die absurdesten Auswüchse des Gendermarketing. Margarete Stokowski, Nora Gomringer, Daniel Bröckerhoff, Tarik Tesfu, Ferda Ataman, Petra Lucht und Anke Domscheit-Berg haben als Jury aus den vielen Einsendungen den ersten Platz bestimmt, welches Produkt, welche Kampagne, welches Unternehmen den Wink mit dem Goldenen Zaunpfahl am nötigsten hat.

Marzipan für echte Kerle, Gurken für Mädels, Prinzessinnenshampoo in Pink und in Hellblau für Ritter … Tee, Stifte, Textaufgaben, Gummistiefel und Sehtests, alles wird neuerdings in zwei Varianten angeboten. Gendermarketing nennt sich diese Strategie, die uns eine Welt verkaufen möchte, in der Farben, Interessen, Verhaltensweisen und Eigenschaften streng nach

Invitation in english

Geschlecht getrennt werden. Die Unternehmen mimen Unschuld und gemeinsam mit vielen Verbraucherinnen und Journalisten unterschätzen sie den Einfluss von Werbung und Produktdesign auf unser aller Rollenverständnis von richtigen Frauen und echten Männern, von Jungen und Mädchen.

Am 3. März 2017 wird im Rahmen einer Pressekonferenz und Gala zum ersten Mal der Goldene Zaunpfahl verliehen … ob auch die Nominierten zur Preisverleihung erscheinen werden? Die Jury wird ihre Auswahl begründen, die Laudatio sowie ein dialogischer Vortrag zu Gendermarketing, Minimalgruppenforschung und Stereotypbedrohung werden die psychologischen und sozialen Zusammenhänge beleuchten und deutlich machen, wie sehr Unternehmen und EntscheidungsträgerInnen des Marketing die Entwicklung der Gesellschaft mit beeinflussen, dass sie selbst Verantwortung tragen, die sich nicht einfach auf abstrakte Kaufinteressen und ökonomische Mechanismen abwälzen lässt.

suli puschban

Programm:

  • Einlass 17:30 Uhr
  • Beginn 18:00 Uhr
  • Musik:  Suli Puschban („Ich hab die Schnauze voll von Rosa“)
  • Beiträge rund um Gendermarketing, Information zur Wirkung und Forschungslage („Sind doch nur Farben?“)
  • Vorstellung der Nominierten
  • Laudatio
  • Preisverleihung

    yansn

  • Musik: Form und Yansn vom Berliner HipHop-Label Springstoff
  • Zeit für Fragen und Austausch
  • Im Anschluss getogether in der Bar des HAU1

 

Mit freundlicher Unterstützung des HAU Hebbel am Ufer

form

——————

weitere Informationen:

 

 

HAU Hebbel am Ufer

Improvisation….

2013-artsbirthday

Improvisiertes Live Hörspiel, art’s birthday 2013 im ZKM

… und Einladung zum Radiohören:

am 17. Dezember auf SWR2 um 22h03

‚Springt der Funke über? Kriterien und Regeln improvisierter Dichtung‘

Feature von Almut Schnerring und Sascha Verlan

Dass Dichtung auch ohne Korrekturen und einen längeren Werkprozess funktionieren kann, beweisen die Improvisationsdichter. Sie arbeiten nicht mit Buchstaben auf Papier, sie sprechen ihre Texte live. Damit verzichten sie bewusst auf die Möglichkeit, ihren Text durch Umstellen, Neuschreiben oder Verwerfen in eine endgültige Fassung zu bringen. Den Improvisationsdichtern geht es nicht um ein druckfertiges Manuskript, sondern um den direkten Kontakt mit dem Publikum – darum, in einem bestimmten Moment spontan den richtigen Ausdruck zu finden. Gelingt der Coup, nimmt das Publikum am Ende kein Buch mit nach Hause, sondern die Erinnerung an einen inspirierenden Abend.

Unter anderem mit:

–       Tobias Borke, Freestyle-Rapper aus Stuttgart

–       Timo Brunke, Performance-Poet aus Stuttgart

–       Sandra Masemann, Autorin und Trainerin aus Hannover

–       Selim Özdogan, Schriftsteller aus Köln

O-Ton 22 (Roland Borgards):  Improvisation zu dokumentieren ist sehr problematisch, das gilt für jede Form von Improvisation, weil Improvisation eine Augenblickstätigkeit ist, die nur solange dauert, wie der Augenblick selbst dauert. Das heißt, das Improvisatorische in einem solch emphatischen Sinne gesprochen verschwindet immer, bei jeder Aufzeichnung, das gilt nicht nur in dem Fall, dass das in Schrift übersetzt wird, das gilt auch schon für einen Mitschnitt, und das gilt auch für eine musikalische Improvisation, wenn man sie mitschneidet.

 O-Ton 23 (Selim Özdogan):  Der Unterschied zwischen einem literarischen Improvisieren und dem, was wir hier machen, ist für mich nicht weit. Jetzt sitzen wir hier bei mir auf dem Sofa, wir könnten das Gleiche auf der Bühne machen, und es wäre auch für andere Leute interessant. Und dann hätten wir schon diesen Raum, der sich öffnet. Und ganz letzten Endes, das hier wird ja ’n Feature, wir öffnen ja den Raum, also so, wir sind auf ’ne Art schon da, dass wir das gemeinhin nicht Literatur nennen, ja, ist mir bewusst, aber ich verstehe auch das als Literatur, als eine Unterhaltung durch Sprache und Klang.

Die Sendung hat eine Länge von 55 Minuten, wer am Termin selbst nicht dazukommt, kann sie sich ab Dienstag, 17.11. eine Woche lang im Netz anhören.

Und hier stelle ich einen erster Ausschnitt ein, sobald wir fertig sind mit der Produktion:

Ausschnitt hören

Ausschnitt hören

Viel Spaß bei einer Hör-Stunde rund ums Thema improvisierte Dichtung!